Adipositas beeinflusst nicht nur Herz und Stoffwechsel – sie schwächt laut einer aktuellen Studie auch das Immunsystem. Dr. Friedrich Hoppichler, ärztlicher Leiter im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg, hat dazu genaue Zahlen.
Jede dritte Person in Österreich ist übergewichtig, fast jede sechste gilt als adipös – also krankhaft fettleibig. Dass zu viele Kilos das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes erhöhen, ist weithin bekannt. Weniger im Bewusstsein ist jedoch: Auch die Anfälligkeit für schwere Infektionen steigt mit dem Körpergewicht. Darauf deuteten bereits Daten aus der COVID-19-Pandemie hin. Menschen mit starkem Übergewicht mussten häufiger im Spital behandelt werden und hatten ein höheres Sterberisiko.
Eine aktuelle Studie aus Finnland untersuchte nun, ob Adipositas das Risiko für schwere Infektionskrankheiten erhöht. Dafür wurden Daten von rund 540.000 Erwachsenen ausgewertet. Analysiert wurden Krankenhausaufenthalte und Todesfälle vor, während und nach dem Höhepunkt der Pandemie. Im Fokus standen Erkrankungen wie Grippe, COVID-19 und Lungenentzündung, aber auch Magen-Darm-, Haut- und Harnwegsinfektionen. Zusätzlich berücksichtigten die Forscher Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und sozioökonomischen Status.
Das Ergebnis: Je höher der Body-Mass-Index (BMI), desto größer das Risiko für eine schwere Infektion. Personen mit Adipositas Grad I (BMI 30-34,9) hatten ein rund 1,5-fach höheres Risiko als normalgewichtige Menschen (BMI 18,5-24,9). Bei schwerer Adipositas (BMI über 40) war das Risiko fast dreimal so hoch. Besonders deutlich war der Zusammenhang zwischen Adipositas und Haut- sowie Weichteilinfektionen. Zudem fanden sich Hinweise, dass eine Gewichtsabnahme das Risiko senken kann. Die Forscher gehen davon aus, dass starkes Übergewicht die Abwehrkräfte des Körpers beeinträchtigt und Infektionen schwerer verlaufen können.
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