Bald live in Wien

Avatar: „Man muss Musik auch sehen und schmecken“

Musik
27.02.2026 05:00

Vorband von Iron Maiden im Wiener Happel-Stadion, Headlining-Show am 4. März im Wiener Gasometer – dazwischen das Album „Don‘t Go In The Forest“ – die Schweden von Avatar lassen keine Sekunde ungenützt, um ihre florierende Karriere zu pushen. Frontmann Johannes Eckerström unterhielt sich mit der „Krone“ über Fleiß, Jazz und Zell am See.

kmm

„Krone“: Johannes, euer letzter Österreich-Auftritt war im Sommer 2025 als Vorband von Iron Maiden im Wiener Happel-Stadion. Ihr habt quasi die Ursuppe des Heavy Metal begleitet – wie war das für dich?
Johannes Eckerström:
 Das ist lustig, denn als ich zuletzt nach Wien geflogen bin, habe ich das Stadion von oben gesehen. Das war das erste Mal, dass ich wo hinflog, wo ich die Venue, in der wir spielten, schon so deutlich von oben sah. (lacht) Mit Iron Maiden waren wir etwas in Übung, weil wir vor insgesamt rund 200.000 Menschen bei drei Konzerten in Brasilien mit ihnen dabei waren. Da kamen natürlich die Fanboy-Gefühle in mir hoch. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei einer Avatar-Show zuvor schon mal ähnlich nervös war. Als ich 15, 16 war, habe ich Iron Maiden das erste Mal daheim in Stockholm gesehen und für uns schloss sich mit diesen Konzerten ein Kreis. Als wir „Blood Brothers“ hörten, nachdem wir selbst auf derselben Bühne waren, flossen die Tränen. Man muss sich diese Bühne aber zu eigen machen. Man darf seine 45 Minuten nicht damit verbringen, zu überlegen, wie Bruce Dickinson sie nach einem beackern würde. Man muss sie zerstören. Zum Glück haben wir darin viel Übung, denn wir können das.

In Wien haben sich einige Fans dezidiert darüber gefreut, euch vorher zu sehen. Das ist nicht selbstverständlich, dass bei so großen Fans den Support-Acts genügend Respekt entgegengebracht wird …
Warum auch nicht? Bei aller Liebe für Iron Maiden, war das für uns eine Dienstreise. Wir müssen den Leuten jeden Abend aufs Neue beweisen, warum wir da sind und das machen dürfen. In den 80er- und 90er-Jahren war es immer gefährlich, der Opener von Bands wie Slayer, Iron Maiden oder Motörhead zu sein, das hat sich heute allgemein ein bisschen geändert. Solche Riesenshows sind auch für uns speziell. Wir haben letzten Sommer sonst nur eine Festivalshow in Belgien gespielt und da waren die Fans für uns da. Da konnte ich auch mal das Mikrofon ins Publikum halten und die Leute haben mitgesungen. So eine Pause kriegst du als Opener von Maiden nicht.

„Don’t Go In The Forest“ war letzten Herbst euer zehntes Studioalbum in rund 20 Jahren Bandhistorie. Sind Fleiß und Einsatz wichtiger als Talent und Selbstvertrauen?
Talent ist wichtig. Begeisterungsfähigkeit ist auch entscheidend. Man entdeckt in jungen Jahren etwas und wenn es einen in den ersten fünf Sekunden begeistert, dann bleibt man vielleicht länger dran. Es muss sich ein Funke entzünden, aber alles was danach kommt, ist mit Einsatz und Arbeit verbunden. Wir haben immer sehr hart gearbeitet und das Glück, das unser Publikum weiterwächst. Heute, nach zehn Alben, kann ich mit der Musik schon ein paar Rechnungen bezahlen und mir die Milch kaufen. (lacht) Aber das ist nicht der Grund, warum ich Musik mache. Man muss stets neugierig sein, dazulernen wollen und das Gefühl haben, dass das, was man schreibt, gerade das Allerwichtigste ist. Als Musiker brauchst du Leidenschaft. Acht von zehn Leuten gehen zurück in die Fabrik oder ins Büro, weil dann mehr Zeit für die Familie bleibt.

Zehn Alben in 20 Jahren zu machen, heißt auch, dass unheimlich viel Kreativität in euch stecken muss. Gab es in der langen Zeit auch mal Hänger?
Es gab immer wieder kurze Perioden, die schwierig waren, aber das gehört zur Achterbahnfahrt dazu. Mit Tim, Jonas und mir gibt es aber drei Songwriter in der Band und alles verläuft sehr demokratisch zwischen uns. Wenn der eine mal eine Schwächephase hat, fällt bestimmt den anderen beiden etwas ein. Es kommen immer von irgendwo Ideen her und ich finde gar nicht, dass wir so fleißig sind. In den 60er- und 70er-Jahren war es gang und gäbe, dass die Beatles, Led Zeppelin, Black Sabbath und Co. im Jahresrhythmus Alben veröffentlicht haben. Ich wüsste auch gar nicht, was ich tun sollte, wenn ich so lange dazwischen warten müsste. Man braucht immer neue Ideen, neue Musik, einen adaptierten Look.

Avatar ist eine Band, die keinen Karriere-Raketenstart hatte, sondern vielmehr kontinuierlich gewachsen ist. Und das mit einer fast stabilen Besetzung. Ist es einfach, dass alle Bandmitglieder auf einer Linie bleiben?
Nein, aber die Priorität war immer, alles gemeinschaftlich und gut zu lösen. In allen Berufen stellen sich Fragen. Was mache ich? Warum mache ich das? Was bringt mir das alles überhaupt? Wir müssen als Band in vielen Bereichen tätig sein, aber der Kern unserer Leidenschaft ist es, Lieder zu schreiben, sie aufzunehmen und Konzerte zu geben. Uns ist wichtig, dass wir mit dieser Band Freunde bleiben. Manchmal haben wir Wege gewählt, die uns vielleicht ein paar Jahre Erfolg gekostet, dafür aber interne Stabilität erhalten haben. Wenn etwas fünf Jahre länger dauert, heißt das auch, dass man fünf Jahre länger zusammenarbeitet und was Schönes miteinander erlebt. Wir verstecken uns gerne in einer Scheune, um gemeinsam Lieder zu schreiben, Bier zu trinken, zu kochen und zu furzen. Da ist kein Platz für externe Songwriter.

Wie Kinder, die eine gute Zeit miteinander verbringen wollen – nur auf eine etwas erwachsenere Art?
Genau, deshalb reden wir untereinander auch wie Teenager. Kennst du das Gefühl, wenn man nach längerer Zeit wieder alte Freunde trifft?

Man hat sich lange nicht gesehen, aber es macht sofort wieder Klick.
So ist das bei uns. Jedes Mal, wenn wir uns aufs Neue wiedersehen. Gleichzeitig haben wir die späte Teenager- und junge Erwachsenenphase erlebt. Die ersten Freundinnen und Dummheiten, die 20-jährige Männer machen. Auch das haben wir gemeinsam überlebt. Manche von uns haben mittlerweile Kinder oder Häuser gebaut und trotz all der Veränderungen bei jedem, blieb Avatar als Band immer stabil. Ich habe Riesenrespekt vor Künstlern wie Devin Townsend, wo man mit jedem neuen Album das Gefühl hat, er hat das beste Werk seines Lebens noch gar nicht geschrieben, weil da immer so viel Neues nachkommt. Als wir jung waren, fanden wir es cool, über Stripperinnen zu singen und dabei ständig zu saufen, aber wenn du dann 40 bist, bringt das auch nichts mehr. Die Musik muss sich sowieso ändern, sie muss immer neu sein. Wir wollen nie ein Lied zweimal schreiben.

Dass ihr mutig seid, beweist, dass ihr oft auf schräge Single-Auskoppelungen setzt, auf jedem Album neue Substile ausprobiert und gerne ins kalte Wasser eintaucht. Gewinnt man mit den Jahren zusehends an Sicherheit, weil man darauf vertrauen kann, dass die Fans diese Entscheidungen mittragen?
Vielleicht haben wir unser Publikum in diese Richtung ausgebildet und sie wissen, dass bei uns immer alles möglich ist. Unsere Musik besitzt sehr viel Variation. In meinen Ohren klingt trotzdem jedes Lied nach Avatar, weil wir viel zu wenig Talent haben, um so zu klingen, wie andere es tun. Würde ich mir vornehmen, einen 100-Prozent-Iron-Maiden-Song zu schreiben, würde mir das nicht gelingen. Ich habe meine Tonsprache, meine Stimme und unsere Instrumentalisten ihren Stil. Ich denke oft an Bands wie Queen oder die Beatles, die sich alle immer neuerfunden haben. „Come Together“ und „She Loves You“ sind zwei Welten, aber beides ist von den Beatles.

Gibt es ein Markenzeichen, dass bei Avatar immer vorkommen muss? Zum Beispiel ein bestimmtes Riff oder ein spezieller Unterbau?
Es ist wie bei Black Sabbath. Man reiht Riff an Riff und dann kommt der Groove. „Iron Man“ hat das beste Riff aller Zeiten. Daraus entstehen Bilder und Visionen. Ein Song sollte Bilder im Kopf evozieren, die Fantasie anregen. Es sollte immer ein kleiner Film im Gehirn ablaufen. Ja, wir haben auch ein paar Balladen, aber Avatar erzeugen eine bestimmte Art von Heavy Metal. Manchmal geht es mehr in Richtung Industrial, dann mehr in Richtung Death Metal. Manchmal wird es melodischer, dann gibt es wieder mehr Rock’n’Roll. Unter dem großen Regenschirm Heavy Metal hat so vieles Platz.

Warum ist „Don’t Go In the Forest” eigentlich so vergleichsweise düster ausgefallen?
Ich habe die Motive in den Songs aus Träumen gezogen. Ich habe diese Träume aufgeschrieben und von diesem Grundstock heraus die Texte ausgearbeitet. Vermehrt dem Unterbewusstsein zu trauen und vielleicht vermeintlich verbotene Gedanken zuzulassen hat das Album sicher dunkler gefärbt.

Der springende Punkt ist schon der Albumtitel an sich. Schon als kleines Kind hört man, dass man keinesfalls allein in den Wald gehen soll. Viel zu viele Gefahren würden dort lauern.
In Österreich habt ihr zusätzlich sicher noch so ein freudianisches Schuldgefühl, das man psychologisch ausarbeiten kann. Nicht in den Wald zu gehen ist auch ein Synonym für die Psyche. Was ist alles kaputt im Wald deiner Seele, weswegen du lieber nicht hingehen solltest? Der springende Punkt ist, dass man es eben doch tut. Man sollte auch nicht die verbotene Frucht im Paradies essen, aber dann kommt diese listige und nette kleine Schlange und sagt dir das Gegenteil. Wir hatten immer das Gefühl, mit jedem Album ehrlich zu sein. Aber der Mensch ist wie eine Zwiebel. Man kann immer noch eine Schicht wegnehmen, um noch tiefer zum Kern seines Wesens vorzudringen. Aber wenn man das macht, fühlt sich alles, was davor war, wie eine Lüge an. Oder man hat sich selbst angelogen.

Ist jeder neue Text, den du schreibst, eine Weiterführung deiner persönlichen mentalen Findungsphase? Ist jeder Text die Suche nach einer neuen Wahrheit, weil auch du dich ständig veränderst und entwickelst?
Das kommt noch dazu. Man kann über schnelle Autos oder den Urlaub in Teneriffa schreiben. Wenn du dabei du selbst bist, kann das genauso authentisch sein. Ich habe unlängst eine Bücherserie von einem schwedischen Auslandskorrespondenten gelesen. Er hat seine Kommentare und Geschichten in Zeitungen veröffentlicht, war in Spanien, Paris oder Japan und hat alles gebündelt zusammengefasst. Er schreibt auch im Ausland immer aus der Sicht eines Schweden, weil das seine Heimat ist. Wenn er in China ist, schreibt er also nicht darüber, dass es hier viel Reis gibt und bei ihm zu Hause nicht, sondern er vergleicht die Kindergartensysteme beider Länder. Oder wie sich die soziale Alltagssituation zwischen den Nationen unterscheidet. So schreibt er über sich selbst und das ist bei Songwritern nicht anders. Die Dinge kommen von selbst, man muss sie nur zulassen.

Mit steigendem Erfolg wird es gewiss leichter, diesen Mustern zu folgen. Wenn man weiß, die Leute springen auf eine gewisse Art von Inhalten und Texten an, vertraut man sich dann nicht selbst immer mehr?
Ja, da ist natürlich was dran. Zu meinen Lieblingsteilen in der Arbeit gehört jener, wo es zu spät ist und man nichts mehr ändern kann, weil alles abgegeben ist. Ich kann nicht mehr zu Hause herumsitzen und so tun, als hätte ich noch Einwirkung auf das Werk. Ich muss mich mit dem Ergebnis abfinden und weitergehen. Sonst könnte und würde man vielleicht 100 Jahre lang an einem Lied schreiben.

Ich habe gelesen, du bezeichnest Avatar gerne als Band für alle Außenseiter. Warum denn das?
Viele Bands haben das Gefühl, dass sie selbst ein Underdog wären und dieses Gefühl verschwindet nie vollständig. Wenn wir in der Band miteinander kommunizieren und unterwegs sind, ist ein großer Teil davon immer noch so wie zu der Zeit, als wir 17 waren. Wir sind mittlerweile als Band etabliert, müssen uns aber oft zwicken, um das glauben zu können. Ich ertappe mich immer wieder bei dem Gedanken, zu hoffen, dass wir hoffentlich weiterhin als Band unterwegs sein und noch einen weiteren Tag voll mit Musik verbringen dürfen. Man will sich immer beweisen, es zeigen und schaffen.

Mittlerweile kann man doch sagen, Avatar bedienen eine große Masse?
Es ist schwierig zu beschreiben, wie es sein könnte, ein Fan von uns zu sein. Auf der Welt leben Milliarden von Menschen und hunderte Millionen davon sind in irgendeiner Form Außenseiter. Eigentlich ist die gesamte Metal-Community in dieser Schublade einzuordnen. Wir sind damals gemeinsam im Park herumgehangen, wurden von den meisten nicht verstanden und hatten unsere ganz eigene Welt. Diese oder ähnliche Erlebnisse haben fast alle Metalfans. Bei uns sind alle willkommen und jeder darf sich wie ein Außenseiter fühlen. Es gibt zig Ventile dafür, wie man sich in dieser Form Luft machen kann.

Was macht das mit dir als Frontmann der Band, wenn du dir vor einem Auftritt Make-Up anlegst und dich in diesen verrückten Charakter verwandelst?
Das ist tatsächlich so passiert, als wir das Musikvideo zu „Black Waltz“ gemacht haben und wir eine Lösung finden mussten, wie ich da reinpassen würde. Dann kam die Idee dieser Art des Horrors und des Clownzirkus. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich, aber merkte gar keine große Veränderung – ich bin ja immer ein Clown. Das Make-Up ist nur ein weiteres Puzzleteil zum großen Ganzen. Bands haben immer ein Image gesucht und wir haben verstanden, dass eine Band Konzeptkunst ist und viel dahintersteckt. Nicht nur die Musik, sondern auch die Show und das Visuelle. Natürlich sind die Augen auf dich gerichtet und du fühlst dich auf der Bühne nackt, aber das da oben bin noch immer ich. Deshalb habe ich auch keinen eigenen Bühnennamen.

Das unterscheidet dich von vielen anderen geschminkten Frontmännern, die sich ein Alter Ego erschaffen. Die sich dadurch auch die Möglichkeit bewahren, sich selbst abseits der Bühne aus der Öffentlichkeit zu halten.
Ja, aber für mich ist das anders. Vielleicht auch deshalb, weil der Ausdruck so „over the top“ ist. Ich kann mich leichter hinter der Wahrheit als hinter einer Lüge verstecken. Die Leute glauben trotzdem, man wäre ein anderer Charakter, was dem Ganzen wieder eine witzige Note gibt. Ich verstecke mich jedenfalls nicht, sondern fühle mich total sicher. Auf und abseits der Bühne.

Gibt es eine Band, die dich als Fan in ihrem Ausdruck so begeistert hat, dass sie als eine Art Vorbild diente? Wo du die Inspiration für Avatar gefunden hast oder zumindest einen erklecklichen Teil dazu?
Da gibt es sogar viele Bands. Wenn wir vom Theatralischen reden begann das bei mir schon als Sechsjähriger mit Michael Jackson. Er hatte unzählige Kostüme, richtig geile Musikvideos und hat visuell die Grenzen des Möglichen mehrmals verschoben. Zwischen den Beatles und KISS wollte ich immer der singende Bassist sein. Dann habe ich die Rolling Stones entdeckt und gemerkt, nur zu singen ist ja noch besser. Dann kam Iron Maiden, die mit Eddie auch noch dieses großartige Maskottchen hatten. Rammstein und Alice Cooper sind genauso wie viele Black Metal-Bands eine Inspiration, weil sie sehr viel Wert auf das Optische legen.

Ich habe mal eine Co-Headliner-Tour von Cannibal Corpse mit Behemoth gesehen, das war beeindruckend. Zuerst Behemoth mit den dunklen Tönen, Rauch, einem aufgemalten, riesengroßen Pentagramm – besser geht es nicht. Dann kommen Cannibal Corpse mit dreckigen T-Shirts und kaputten Jeans, einem viel zu kleinem Backdrop und ohne Lichtshow – einfach nur voll auf die Zwölf. Das war unfassbar authentisch. Bei Avatar tendieren wir eher in die Behemoth-Schiene, was das Visuelle angeht. Es muss zum Typ passen. Das kann übertrieben spielerisch, oder auch total einfach sein. Da gibt es kein generelles Rezept. Gute Musik besteht nicht nur aus einer Wahrheit. Musik muss man nicht nur hören, man muss sie auch sehen, riechen und schmecken.

Was macht das für die schwedische Metal-Szene, wenn so prägende Persönlichkeiten wie Tomas Lindberg von At The Gates oder Nisse von Sacramentum unlängst viel zu früh sterben und eine große Lücke in der Musikwelt hinterlassen?
Über Tompas Tod bin ich irrsinnig bestürzt, wir waren alle sehr große Fans. Ich habe ihn zweimal getroffen. Einmal in Bordeaux, wo er selbst sein Merchandise verkauft hat. Das zweite Mal war vor ein paar Jahren auf einem Festival in Tschechien, wo wir ein paar Worte miteinander gewechselt haben. Bands wie At The Gates oder In Flames haben uns Kids von der schwedischen Westküste gezeigt, dass man es auch aus unserer Gegend in die große weite Welt schaffen kann. Man konnte aus einem kleinen Dorf im Norden kommen und trotzdem mittels großem Plattenvertrag die ganze Welt bereisen. Der Göteborg-Sound hat die Musikwelt im Metal revolutioniert und wir fühlten uns immer als Teil dessen. Als Tompa sein Album als Sänger von The Crown rausbrachte, haben wir gerade angefangen, ernsthaft Musik zu machen. Ich wusste, ich mag Death Metal, ich mag Ozzy Osbourne, die Beatles und Judas Priest. Wo in dieser großen Bandbreite haben wir unseren Platz? The Crown waren für mich immer eine Band, die ihren ganz eigenen Weg gefunden hatte. Das wollten wir auch schaffen.

Es ist kein Geheimnis, dass Schweden im Pop, Rock und diversen Metal-Genres seit jeher an vorderster Front mitspielt.
Zwischen den Hives, ABBA, Max Martin und uns gibt es wirklich eine große Bandbreite. (lacht) Es ist andererseits aber auch schwierig. Klar, all diese Künstler motivieren dich und inspirieren dich, weil sie es geschafft haben, aber es gibt so viele tolle Musiker und Bands, dass man seinem Traum schon sehr beharrlich folgen muss und keine Abstriche machen darf.

Jetzt kommt eure Headliner-Show im Wiener Gasometer mit Witch Club Satan und Alien Weaponry. Hast du eigentlich irgendwelche speziellen Verbindungen zu Österreich?
Ich war unheimlich oft in Österreich. Als Kind habe ich mit meiner Familie Campingurlaub in Zell am See gemacht. Meine Frau ist Italienerin und war als 13-Jährige mit der Schule in Wien und hat sich sofort in die Stadt verliebt. Dank des Konzerts mit Iron Maiden konnte ich sie letzten Sommer wieder hierher zurückbringen. Aufgewachsen bin ich in einem sehr klassischen Haushalt, ich wollte früher unbedingt Dirigent werden. Als Vierjähriger stand ich auf dem Sessel mit einem Löffel in der Hand und habe die Möbel dirigiert. Mozart, Beethoven und Co. liefen immer bei uns und ich weiß, dass Beethoven viel Zeit in Wien verbrachte.

Das klingt fast so, als würden Avatar irgendwann einmal mit einem Orchester auftreten …
Das machen aber alle Metalbands früher oder später, das klingt für mich daher nicht so attraktiv. Wir wollen immer anders sein, ich könnte mir da eher vorstellen, in Richtung Jazz zu gehen. Alle meine Bandkollegen haben in der Schule Instrumente wie Piano, Klarinette und Querflöte erlernt. Ich erlernte Posaune und war in Big Bands unterwegs. Wenn wir also jemals etwas Größeres abseits unserer Welt machen, dann glaube ich, geht das in die Richtung von Jazz - am liebsten gen Duke Ellington.

Live im Gasometer
Avatar kommen mit Witch Club Satan und Alien Weaponry am 4. März in den Wiener Gasometer. Unter www.oeticket.com gibt es noch Karten und weitere Infos zum Konzerthighlight der Schweden.

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