Anpassung der Planung

Nahost-Krieg macht vor Song Contest nicht halt

Wien
26.03.2026 20:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die angespannte politische Lage im Nahen Osten macht selbst vor dem Song Contest in Wien nicht halt. „Wir haben zwar keine konkrete Bedrohung, aber die geopolitische Situation (...) erfordert, dass wir verschiedene Faktoren in unsere Planungen einbeziehen und laufend anpassen“, sagte Bundespolizeidirektor Michael Takacs.

Zusätzlich zum Iran-Krieg tobe ja auch noch der Ukraine-Krieg. Das sei beim letzten Song Contest in Wien 2015 nicht der Fall gewesen, sagte er weiter. Einige teilnehmende Staaten seien an den Konflikten beteiligt, das sei für die Planung relevant. „Bei jeder Situation ist die Geschwindigkeit alles entscheidend. Und das ist nicht immer ein bewaffneter Angriff. Es kann auch jemand sein, der dort seinen Unmut äußert und versucht, die Veranstaltung per se zu stören“, sagte Takacs. Eine wichtige Aufgabe der Polizei sei es daher, das Gelände rund um die Stadthalle sicher zu machen. 

Es gebe wöchentlich neue Gefährdungseinschätzungen durch die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienste (DSN), sagte der Bundespolizeidirektor. All jene, die Zugang zu den relevanten Arealen haben, würden überprüft. Das betrifft in Wien nicht nur die Stadthalle, sondern auch das Public Viewing am Rathausplatz und den Prater Dome. Ob es öffentliche Veranstaltungen in den Bundesländern gebe, sei noch unklar. Beim Song Contest im Mai werden planmäßig 600 Freiwillige im Einsatz sein.

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Bei jeder Situation ist die Geschwindigkeit alles entscheidend. Und das ist nicht immer ein bewaffneter Angriff.

Bundespolizeidirektor Michael Takacs

„In der Stadthalle gelten Flughafenstandards – mit Röntgengeräten und Sprengstoffhunden. Wir empfehlen den Veranstaltern der Public-Viewing-Orte, diese Standards zu übernehmen“, sagte der Polizeidirektor. Am besten sei es, ohne Taschen und Rucksäcke zu kommen.

250 Menschen sorgen für Sicherheit
Mit der Sicherheitsplanung sind aktuell ungefähr 250 Mitarbeitende der Polizei und des Innenministeriums beschäftigt. „Rund um den ESC selbst ist gerade in Abklärung, wie viele und welche Polizeieinheiten kommandiert sein werden. Klar ist, dass Polizistinnen und Polizisten aus den Bundesländern die Wiener Beamten unterstützen werden. Unter anderem dürften auch Hundeführer aus den Bundesländern mit ihren sprengstoffkundigen Tieren im Einsatz sein“, sagte Takacs. Er habe den Anspruch, dass kein Gegenstand in die Stadthalle komme, der nicht überprüft worden sei.

Provokationen und Protestaktionen vor allem aus rechtsextremen Kreisen habe man „ebenfalls auf dem Schirm“. Diesen Teil der Gefährdungseinschätzung übernehmen die Landesämter für Verfassungsschutz und Extremismusbekämpfung (LSEs). Die beiden Semifinale des Musikwettbewerbs werden am 12. und 14. Mai sein, das Finale am 16. Mai. Die Wiener Stadthalle ist der größte Veranstaltungsort in Österreich und war bereits 2015 Austragungsort.

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