Will Regime stärken

Geheimdienste: Russland schickt dem Iran Drohnen

Ausland
26.03.2026 22:14

Russland hat großes Interesse daran, das Regime in Teheran an der Macht zu halten. Mit militärischer Hilfe hielt sich Moskau aber bisher zurück. Jetzt steht der Kreml laut Erkenntnissen westlicher Geheimdienste aber kurz davor, moderne Drohnen an den Iran zu liefern.

Die US-Armee hat eigenen Angaben zufolge mehr als zwei Drittel der iranischen Produktionsanlagen für Raketen und Drohnen getroffen. Abhilfe könnte dem Iran Russland verschaffen. Denn Moskau steht offenbar kurz davor, Drohnenlieferungen an den Iran zu schicken. Das berichtet die „Financial Times“ („FT“) unter Berufung auf westliche Geheimdienste. Russland bemühe sich, den bedrängten Verbündeten im Nahen Osten im Kampf zu halten, heißt es demnach in geheimen Berichten.

Erste direkte Waffenunterstützung
Schon bisher hat der Kreml den Iran mit Satellitenbildern und Geheimdienstinformationen versorgt. Drohnenlieferungen wären jetzt aber die erste Unterstützung mit tödlichen Waffen seit Kriegsbeginn. Hochrangige iranische und russische Beamte hatten bereits wenige Tage nach dem ersten US-israelischen Angriff auf Teheran begonnen, über die Lieferung von Drohnen zu verhandeln, so die „FT“, die sich auf Geheimdienstquellen beruft.

Iranischer Drohnenangriff auf Kuwait am Mittwoch: Mit russischen Drohnen könnte Teheran ...
Iranischer Drohnenangriff auf Kuwait am Mittwoch: Mit russischen Drohnen könnte Teheran möglicherweise noch mehr Schaden anrichten.(Bild: AFP/EUROPEAN SPACE AGENCY)

Dmitri Peskow, Sprecher von Kreml-Chef Wladimir Putin, stellte Drohnenlieferungen in Abrede. Es gebe lediglich einen „Dialog mit der iranischen Führung“, zitierte ihn die „FT“. Laut den Geheimdiensten begann die Abwicklung der Lieferungen aber bereits Anfang des Monats und soll Ende März abgeschlossen sein. Auch Lieferungen mit Medikamenten und Lebensmitteln soll es geben.

Moskauer Nachbau ist deutlich besser
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs setzte Russland noch Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion gegen seinen Nachbar ein. Dann kaufte Russland die Technologie und einen Großteil der Produktion ein, um eine modernisierte Version der Schahed zu entwickeln: Die Geran-2. 2025 erfolgte der Großteil der Angriffe auf die Ukraine bereits mit diesem Typ. Jetzt dürfte auch die Lieferung an den Iran aus Geran-Drohnen bestehen.

In Kiew wird eine abgeschossene russische Geran-2-Drohne ausgestellt.
In Kiew wird eine abgeschossene russische Geran-2-Drohne ausgestellt.(Bild: EPA/SERGEY DOLZHENKO)

Damit will Moskau nicht nur die Kampffähigkeit des Iran stärken, sondern generell die Stabilität des Regimes in Teheran, so die Einschätzung der Geheimdienstexperten. Denn von der iranischen Technologie mag Russland längst nicht mehr abhängig sein, Teheran ist aber seit dem Fall Assads der letzte Verbündete im Nahen Osten. Sollte das Mullah-Regime fallen, wäre das also ein herber Schlag für Putin.

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