Nadal präsentierte sich allerdings während des gesamten Spiels stets konzentriert und nicht gefährdet, seinen Gegner zu unterschätzen. Nach einem aus seiner Sicht holprig begonnenen, aber dennoch gewonnenen Eröffnungsgame wusste der Spanier das Match immer besser unter Kontrolle zu bekommen. Thiem gelangen zwar immer wieder einzelne Traumrallys und Zauberbälle, dem standen allerdings auch oft leicht erscheinende Eigenfehler gegenüber. Während die Statistik nach 2:05 Stunden für Thiem 41 unerzwungene Fehler ausspuckte, waren es bei Nadal nur deren 19.
"Ich habe zu viele Anfängerfehler gemacht"
"Ich kann viel lernen - zu viel, dass ich es jetzt alles aufzähle. Dass ich am Netz schwach bin, habe ich vorher auch schon gewusst. Ich habe zu viele Anfängerfehler gemacht. Es war so, wie wenn ein Schüler gegen einen Lehrer spielt." Unter anderem bekrittelte Thiem seine Stopps, die ihm wie aus heiterem Himmel eingefallen wären: "Ich habe zehn Stopps gespielt und keinen Punkt damit gewonnen." Mit Vor- und Rückhand hatte Thiem keinesfalls Probleme, das Tempo Nadals zu halten, im Gegenteil: Mitunter überraschte er den Spanier. Zweimal gelang es Thiem, den Aufschlag des Weltranglisten-Ersten zu durchbrechen: Bei 1:5 im ersten Satz und zum 2:1 im dritten Satz. Eine 3:1-Führung im letzten Satz war auch das höchste der Gefühle für Thiem, der danach allerdings kein Spiel mehr machte.
"Er ist ein zukünftiger Star der Szene und hat gezeigt, dass er ein Champion werden kann. Ich wusste, dass es ein schweres Spiel wird, weil ich wusste, wie er spielen kann", meinte Nadal nach dem Match vor 16.000 Zuschauern noch auf dem Platz. Dieses Lob Nadals hatte der schnell abmarschierte Thiem zunächst gar nicht mehr gehört. "Aber natürlich ist es eine Ehre für mich, wenn jemand wie er das sagt, weil er sollte es wissen." Damit sind alle sechs Österreicher in den Single-Hauptbewerben ausgeschieden.
Haider-Maurer gegen Karlovic chancenlos
Denn bereits zu Mittag war Andreas Haider-Maurer in der zweiten Runde der mit 25,018 Millionen Euro dotierten French Open gescheitert. Der 27-jährige Niederösterreicher war gegen den "Aufschlag-Riesen" Ivo Karlovic (CRO) ohne Siegchance und musste sich nach 1:47 Stunden letztlich glatt mit 5:7, 3:6, 4:6 geschlagen geben.
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