Schönste Wanderrouten

Historische Spuren zwischen Tal und Berg

Vorarlberg
27.02.2026 15:30

Eine abwechslungsreiche Wanderroute in Vorarlberg führt nicht nur von Nüziders zur Parzelle Laz auf knapp 1000 Meter Seehöhe, sondern auch durch die Geschichte der Ortschaft. Entlang der Strecke warten historische Stätten und schöne Ausblicke.

Der „historische Dorfrundweg“ durch und um Nüziders gleicht einer Wanderung durch die lange Geschichte dieser Ortschaft. Startpunkt ist bei der St.Viner Kirche. Die komplexe Baugeschichte dieses Sakralbaus stand immer wieder im Fokus von archäologischen Ausgrabungen. Befunde deuten darauf hin, dass die ältesten Teile des Gebäudes wohl von einem – nicht-sakralen – Vorgängerbau stammen, der noch in der ausgehenden Römerzeit entstanden sein könnte. Der erste tatsächliche Kirchenbau an dieser Stelle wurde von den Experten in das 9. oder 10. Jahrhundert datiert. Eng mit der Kirche verbunden ist das benachbarte Tschannhaus. Im Mittelalter bildete es den Stammsitz einer lokalen Adelsfamilie, der Herren von St.Viner. Die ältesten Bereiche befinden sich in den Kellerräumen, wo die Reste eines Königshofes aus der Karolingerzeit vermutet werden. Bereits die erste urkundliche Erwähnung von Nüziders im Jahr 831 verweist darauf, wie lange dieser Siedlungsraum schon von Bedeutung ist.

Tipps und Infos

Typ: ausgedehnte Themen-Wanderung
Startpunkt: St.Viner Kirche, alternativ: kl. Parkplatz beim „Hängenden Stein“, Nüziders
Dauer: rund dreieinhalb Stunden
Aufstieg: gut 500 Höhenmeter
Ausrüstung: Wanderschuhe mit guter Profilsohle (Spikes bei winterlichen Verhältnissen), dem Wetter angepasste Kleidung im Schichtprinzip, Tagesrucksack mit Getränk und Snack
öffentliche Verkehrsmittel: die Buslinie 560 verkehrt u.a. zwischen Bludenz (ab Bahnhof) – Nüziders und Ludesch

Die Lage am Eingang des Walgaus machte den Ort früh zu einem strategisch wichtigen Punkt, was sich auch in den zahlreichen historischen Zeugnissen entlang des Weges widerspiegelt. Nach der Kirche spaziert man Richtung Dorfzentrum. Nur wenige Wegminuten entfernt stößt man auf ein kulturhistorisches Kleinod: den Gasthof Bad Sonnenberg. Das traditionsreiche Haus, im Volksmund auch „s’Bädle“ genannt, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Seinen Ursprung hat es in einem Badehaus, das bereits in früherer Zeit die örtlichen Mineral- und Schwefelquellen nutzte. Solche Bäder galten als heilkräftig und zogen Besucher aus der Umgebung an. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein Gasthof, der nicht nur Reisenden und Wanderern Unterkunft bot, sondern auch zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt wurde.

Zeitweise galt das Haus als kultureller Mittelpunkt, wo sich gebildete Kreise, Künstler und Intellektuelle trafen. Noch heute vermittelt das Gebäude mit seiner Lage am Hang und dem Ausblick ins Tal eine besondere Atmosphäre zwischen Geschichte und Gegenwart.

Die St. Vinerkirche und das Tschannhaus.
Die St. Vinerkirche und das Tschannhaus.(Bild: Rubina Bergauer)

Über dem Gasthof erhebt sich die Ruine Sonnenberg, einst Zentrum der Herrschaft Sonnenberg. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und diente als Verwaltungssitz und Machtsymbol der Grafen von Montfort. Strategisch günstig gelegen, konnten von dort aus das Tal sowie wichtige Verkehrswege kontrolliert werden. In den Wirren spätmittelalterlicher Konflikte wurde die Anlage mehrfach beschädigt und schließlich aufgegeben.

Schon früh siedelten hier Menschen
Heute sind es vor allem Mauerreste und Geländestrukturen, die an die einstige Bedeutung des Bauwerks erinnern. Nach dieser Station wandert man entweder gleich bergan nach Laz oder weiter zum„Hängenden Stein“, einer markanten Felsformation, die am Ortsende eindrucksvoll über der Landschaft ragt. Diese ist nicht nur geologisch interessant. Archäologische Funde belegen, dass hier bereits in der Bronzezeit Menschen siedelten.

Sunnaweg Nüziders beim Hängenden Stein.
Sunnaweg Nüziders beim Hängenden Stein.(Bild: Rubina Bergauer)
Heute zieht der „Hängede Stein“ Kletterbegeisterte an und ist Lebensraum für Felsenbrüter
Heute zieht der „Hängede Stein“ Kletterbegeisterte an und ist Lebensraum für Felsenbrüter(Bild: Rubina Bergauer)

Keramikreste, Spuren von Befestigungen und Siedlungsstrukturen lassen erkennen, dass der Platz aufgrund seiner erhöhten Lage Schutz und Überblick bot. Heute zieht der „Hängede Stein“ Kletterbegeisterte an und ist Lebensraum für Felsenbrüter wie Dohle, Turmfalke oder Felsenschwalbe. Über markierte Wanderwege steigt man nun auf bis zum Ortsteil Laz, einer hoch gelegenen Parzelle oberhalb von Nüziders, von wo man eine schöne Aussicht auf den Walgau hat.

Ein besonderer Ort der Andacht
Der Name Laz dürfte romanischen Ursprung haben und ursprünglich eine geografische Bezeichnung gewesen sein („lat“ bedeutet breite Halde). Hier steht die Kapelle Mariä Heimsuchung, die im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Das kleine barocke Bauwerk mit dem charakteristischen Turm diente den Bewohnern der höher gelegenen Höfe als Ort der Andacht, besonders in Zeiten, in denen der Weg ins Tal beschwerlich war. Nach einer kurzen Rast auf einer der sonnigen Holzbänke geht es wieder hinab nach Nüziders.

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