Auf der Galerie des Kapitols lauschten sie der jährlichen Präsidenten-„Rede an die Nation“: Trump brachte die (weißen) Opfer grausamster Migranten-Verbrechen mit, welche er auch in allen Details schilderte. Freilich nicht mitgebracht hat er die Opfer seines Busenfreundes Epstein.
Damit hat Trump seinen Wahlkampf für die Kongresswahlen im November ist eröffnet. Die Diskrepanz zwischen politischer Realität und Trumps Fantasiewelt könnte nicht größer sein. Er präsentierte ein „Goldenes Zeitalter“, das er den Amerikanern beschert habe – während im Land die Zustimmungsraten abstürzen. Trump konzentriert sich auf Migration, aber die Bevölkerung empfindet die Verteuerung des Alltagslebens (u. a. durch Zölle) als die größere Belastung.
Die Begleitmusik hysterischer Ovationen der republikanischen Abgeordneten und Senatoren zeigte, dass er die Partei noch immer fest im Griff hat – vermutlich auch in der Zollpolitik, wenn sie dann der Kongress bestätigen muss.
Den Demokraten, die er wüst beschimpfte, drohen schlimme Monate. Trump unterstellte ihnen Vorbereitung zum Wahlbetrug, und das müsse er stoppen.
Es liegt daher auf der Hand, dass der Wahlgang im November unter erschwerten Bedingungen abläuft und später im Kongress auch noch angefochten wird – wie 2021. Motto: Machterhalt durch Chaos. Man kann schon jetzt davon ausgehen, dass Trump die Bühne nicht freiwillig verlassen wird.
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