Eidgenossen verstimmt

Cancelt Vorarlberg den Schweizern Mega-Flugshow?

Vorarlberg
15.02.2026 15:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der direkt an der Vorarlberger Grenze gelegene Flugplatz Altenrhein (Schweiz) feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass ist eine große Show geplant, an der unter anderem auch die legendäre Patrouille Suisse ihren letzten großen Auftritt haben soll. Allerdings fehlt noch die Zustimmung des Landes Vorarlberg.

Die Patrouille Suisse ist ein Schweizer Monument. Seit mehr als 60 Jahren ist die Kunstflugstaffel der ganze Stolz der Schweizer Armee, sie steht als Synonym für den eidgenössischen Hang zur Perfektion. Allerdings hat der Schweizer Bundesrat im Vorjahr die Einstellung der Vorzeigestaffel beschlossen: Die F-5 Tiger-Kampfjets seien veraltet, der Weiterbetrieb zu teuer, stattdessen will man nun das Geld in andere militärische Projekte stellen.

Vom Goodwill Österreichs abhängig
Gut möglich also, dass Patrouille Suisse im Zuge der 100-Jahre-Feier des Flugplatzes Altenrhein (28. bis 30. August) ein letztes Mal abheben wird – sofern die Vorarlberger Landesregierung ihr Okay zur geplanten Mega-Flugshow gibt. Grundlage ist ein rund 35 Jahre alter Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Österreich, der den Betrieb des Flugplatzes Altenrhein im grenznahen Luftraum regelt und die Vorarlberger Bevölkerung vor übermäßigem Fluglärm schützen soll. Daher hat Österreich auch ein Mitspracherecht bei bestimmten Änderungen des Flugbetriebs – etwa bei Airshows oder zusätzlichen Jet-Flügen.

„Wir reden an eine Wand“
Doch das Land Vorarlberg ziert sich bislang – was den Veranstaltern die Zornesröte ins Gesicht treibt: „Wir reden an eine Wand und bekommen keine Antworten“, ärgerte sich Organisator Raphael Widmer-Kaufmann im Gespräch mit „St. Galler Tagblatt“. Bereits im September 2025 habe man Gespräche mit der Landesregierung und den Vorarlberger Anrainergemeinden lanciert, in weiterer Folge sei das Programm angepasst worden. „Die österreichischen Gemeinden würden lediglich am Freitag und Samstag während je rund 40 Minuten von der Patrouille Suisse überflogen. Das ist verkraftbar“, so Widmer-Kaufmann. Doch nach wie vor steht die formelle Zustimmung Vorarlbergs aus. Zwar habe es im Jänner einen runden Tisch zur Causa gegeben, an dem auch ein grundsätzlicher Konsens gefunden werden konnte, seitdem herrsche jedoch weitgehend Funkstille. Auf telefonische Nachfrage habe es seitens des Landes lediglich geheißen, dass man sich „in dieser Angelegenheit in Abstimmung mit dem zuständigen Bundesministerium“ befände.

Zitat Icon

Wir reden an eine Wand und bekommen keine Antworten.

Flugshow-Organisator Raphael Widmer-Kaufmann

Deadline läuft 20. Februar ab
Dabei drängt die Zeit: Ein Event dieser Größenordnung – es werden über 100.000 Zuschauer erwartet – muss von langer Hand geplant werden. Daher haben die Veranstalter dem Land eine Frist bis zum 20. Februar gesetzt. Gibt es bis dann kein „Daumen hoch“, wird die Veranstaltung abgesagt. Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass die Österreicher den Schweizern eine Luftshow verwehren: Bereits 2008 scheiterte die Internationale Bodensee-Airshow an einer fehlenden Bewilligung des rot-weiß-roten Nachbarn.

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