Obwohl als Justizwachebeamtin in der Grazer Karlau tätig, ließ sich eine Steirerin auf Drogendealereien und Handyschmuggel mit einigen Insassen ein. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und weiteren Häftlingen muss sie sich am heutigen Montag in Graz verantworten.
Drogen, Handys, Potenzmittel, Alkohol – all das soll eine ehemalige Justizwachebeamtin der Grazer Karlau in die Anstalt geschmuggelt und an mehrere Häftlinge verteilt haben. „Ich hatte diesen Tatplan nie“, beteuert die Frau vor Richter Hanspeter Draxler. Laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft soll sie kurz vor der Hochzeit und einer Unternehmensgründung gestanden sein, das Geld war knapp. Deswegen ließ sie sich überreden – und endete in einer wahren Abwärtsspirale!
„Ich bin da nicht mehr rausgekommen, immer mehr Häftlinge haben davon gewusst, und mich auch unter Druck gesetzt“, beteuert sie. „Es ist selten, dass jemand über Ermittlungen froh ist. So konnte sie dem Teufelskreis endlich entkommen“, sagt ihr Verteidiger Matthias Cernusca.
Auch ihr Ehemann sitzt auf der Anklagebank. „Ich habe lange nicht mitbekommen, was sie gemacht hat. Vom wahren Ausmaß habe ich erst nach meiner Einvernahme und der ersten Akteneinsicht erfahren“, schildert er. Laut seinem Verteidiger Andreas Kleinbichler habe er seine Ehefrau geschützt: „Und zwar aus emotionaler Bindung heraus.“ Sein Mandant habe ihr beim Schmuggeln zweier Handys geholfen, weil der Druck der Häftlinge zu groß geworden sei.
Rund 40.000 Euro verdient
Insgesamt habe die Ex-Wachebeamtin 79 Handys und 500 Gramm Cannabis geschmuggelt und einen Gewinn von rund 40.000 Euro daraus lukriert. Der Großteil der mitangeklagten ehemaligen Häftlinge gestand, bei der Beamtin Mobiltelefone, Drogen, SIM-Karten oder auch Potenzmittel bestellt zu haben. Eine Vielzahl an Chat-Verläufen auf sichergestellten Handys und andere Beweise machten ein Leugnen sinnlos. Geständig war auch ein Komplize der Frau, der seinen Briefkasten als Übergabeort für Geld zur Verfügung gestellt hatte. Zudem belieferte er sie mit Cannabiskraut. Zwei der Angeklagten, sie sitzen immer noch wegen anderer Delikte in Haft, leugneten die Vorwürfe.
Ein Urteil wird demnächst erwartet.
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