GUTEN MORGEN

Überraschter Minister|Kein Zurück zu Altgriechisch

Überraschter Minister. Er wirkt trotz heftiger Kritik recht entspannt: Bildungsminister Christoph Wiederkehr steht eine Woche, nachdem seine Pläne für eine umfassende Lehrplanreform samt Lateinkürzungen bekannt wurden, der „Krone“ im Interview Rede und Antwort. Er sei überrascht, dass sich viele österreichische Intellektuelle gegen die Reform aussprechen, sagt Wiederkehr zum Widerstand einiger Prominenter wie unter anderem Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek oder Physiknobelpreisträger Anton Zeilinger. Die Initiatoren dieser „Latein-Rettung“ hat er für kommende Woche ins Ministerium zum Austausch geladen. Dort will er ihnen auch die geäußerte Sorge nehmen, dass beim Literaturunterricht in den Schulen gekürzt werde. Neben harscher Kritik habe er aber auch viel positiven Zuspruch zu den Reformplänen bekommen, versichert der Neos-Minister.

Kein Zurück zu Altgriechisch. Denn das Abendland werde nicht untergehen, wenn ein paar Lateinstunden in der Oberstufe gekürzt werden. Das hatte sogar der ehemalige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, selbst ein Altphilologe, ähnlich formuliert: Latein, meinte er in einem Interview zur Debatte rund um „sein“ Fach, werde das Abendland nicht retten. Wiederkehr unterfüttert die Notwendigkeit der von ihm eingeleiteten Maßnahmen auch im „Krone“-Interview mit einem Verweis auf die 70-er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Es gebe jetzt eine dringend notwendige Aktualisierung aller Fächer und die Herausnahme nicht mehr notwendiger Inhalte. Wiederkehr wörtlich: „Zuletzt wurde in der Ära Kreisky eine große Reform umgesetzt. Damals fiel Altgriechisch als Pflichtfach. Heute würde das keiner mehr verpflichtend zurückwollen. Wir müssen den Mut haben, alte Themen zu reduzieren.“ Da hat er wohl recht!

Kommen Sie gut durch den Samstag!

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