„Geht das schon wieder los?“, fragten sich unlängst die Bewohner im burgenländischen Deutschkreutz: An der Grenze spielten sich Szenen ähnlich der Hochsaison der Migrationsbewegung ab. Die Fakten zeigen allerdings ein klares – und durchaus anderes – Bild ...
Der Himmel grau in grau, ein paar Grad Celsius über null und sechs Flüchtlinge, die am frühen Vormittag im beschaulichen Ortszentrum von Deutschkreutz umherirren – einige Bewohner fühlen sich an jene Zeiten erinnert, als an Spitzentagen bis zu 50 Migranten und manchmal sogar noch mehr auf Bänken oder den Gehsteigen hockten und darauf warteten, von Beamten aufgegriffen und zur Registrierung in eine Erstaufnahmestelle gebracht zu werden.
Mit dünnen Jacken bekleidet
„Wo ist die Polizeistation?“, fragten ebenso jene Flüchtlinge, die am Donnerstag auf Schleichwegen aus Ungarn über die Grenze ins Burgenland gelangten und in einem holprigen Englisch Auskunft erwarteten. Die jungen Männer trugen alles andere als Winterkleidung. „Einige von ihnen hatten teils dünne Jacken und abgenutzte Trainingshosen an, und Turnschuhe, die längst nicht mehr weiß waren“, berichtet ein Passant.
Nur vereinzelte Aufgriffe
„Geht das schon wieder los?“ Diese Frage stellte ein Bewohner mit skeptischem Blick. „Kein Grund zur Sorge“, können die offiziellen Stellen beruhigen. Der aktuelle Aufgriff in Deutschkreutz sei ein Einzelfall, wird betont. Gruppen von zwölf oder mehr Migranten tauchen in unseren Breiten kaum noch auf, wie Soldaten im Assistenzeinsatz bestätigen können.
In den ersten Wochen des heurigen Jahres hat es tatsächlich lediglich vereinzelte Aufgriffe gegeben. In den vergangenen Monaten bewegte sich die Zahl der Grenzgänger zwischen zwölf und 21 innerhalb von sieben Tagen.
Null Anträge in einem Monat
Schlepper machen derzeit einen weiten Bogen um den Osten Österreichs. „Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen gibt es null Asylanträge in einem Monat im Burgenland“, erklärte Innenminister Gerhard Karner am Rande einer Pressekonferenz am Flughafen Wien. 9700 Asylwerber seien derzeit in der Grundversorgung, so wenige wie noch nie. Im Jänner 2017 waren es 62.000, 27.000 im Vergleichsmonat 2019.
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