Zeitenwende beim Bundesheer: Derzeit steht so viel Geld wie schon lange nicht mehr zur Verfügung, auch in der Steiermark wird weiter kräftig investiert. Sorgen bereitet aber die Personalsituation. Das Heer hat die Absicht, sich stärker zu öffnen - und das beginnt in den Schulen ...
Wenn es noch eines Beweises bedurfte, um die Zeitenwende beim österreichischen Bundesheer zu verdeutlichen – bitte schön, hier ist er: Am Mittwoch wurden in der Kaserne Zeltweg viele Lehrervertreter empfangen. Eine Premiere für das Militär.
Die sogenannte geistige Landesverteidigung soll Teil des Unterrichts werden. Ziel: ein stärkeres Bewusstsein für ein wehrhaftes Österreich, denn „Europa ist im Kriegszustand“, wie Marco Spörk, Presseoffizier des Militärkommandos Steiermark, bei einem parallel stattfindenden Vernetzungstreffen in der Hackher-Kaserne Gratkorn betont.
Diese Änderungen, sowohl bei Schülern als auch im Lehrkörper, registriert auch Hannes Derler. Der Milizoffizier ist Lehrer am Weizer Gymnasium und sagt: „Vor ein paar Jahren wäre ich noch nicht in Uniform in die Schule gegangen.“
Große Pensionswelle steht bevor
Das Bundesheer will sich öffnen, besser gesagt: muss sich öffnen. Denn seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wird auch in Österreich massiv in Kasernen, Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstung investiert. Dafür braucht es aber auch ausreichend Personal. Zwar gibt es derzeit – auch aufgrund der Wirtschaftskrise – viele junge Menschen, die eine Karriere beim Heer anstreben. Doch die Kapazitäten für ihre Ausbildung sind beschränkt, und zugleich steht eine riesige Pensionierungswelle bevor.
Die Jahresvorschau verschiedener steirischer Verbände beinhaltet daher viele werbewirksame Veranstaltungen, etwa den Tag der Schulen Ende Juni beim Jägerbataillon 17 in Straß. Geprägt ist sie aber auch von Übungen: So plant das Aufklärungs- und Artilleriebataillon in Feldbach Ende August eine große Übung im Raabtal, an der bis zu 300 Soldaten teilnehmen werden.
Großer Spatenstich für Panzer-Werkstätte
Und natürlich wird kräftig investiert. Aktuellstes Beispiel: Am Donnerstag findet in der Gablenz-Kaserne der Spatenstich für eine neue Panzerhalle statt, Ministerin Klaudia Tanner wird erwartet. Diese Werkstätte ist dringend notwendig, soll doch der Bestand der Mannschaftstransportpanzer Pandur Evolution von 100 Stück im Vorjahr auf 325 Stück im Jahr 2032 wachsen!
In Straß wird bereits seit dem Vorjahr eine neue Werkstätte gebaut, sie soll im Herbst fertiggestellt sein. Gleich mehrere Vorhaben stehen in den nächsten Jahren auch in der Kaserne Feldbach an. Das Versorgungsregiment 1 in Gratkorn erhält ebenso zahlreiche neue Fahrzeuge wie die in Graz stationierte ABC-Abwehrkompanie.
Große Hoffnungen, das war beim Treffen zu spüren, werden in den Bericht der Wehrdienstkommission gesetzt. Vor allem verpflichtende Milizübungen seien dringend notwendig, so der Tenor. „Es braucht unbedingt die Schulungen auf neue Systeme“, betont etwa Gernot Wurzer, Kommandant der ABC-Abwehrkompanie.
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