Experte fordert:

Keine Neuauflage der schleichenden Mehrbelastung

Wirtschaft
31.01.2026 10:00

Die Staatsfinanzen sind in den vergangenen Jahren aus dem Ruder gelaufen. Nun muss das Budget saniert werden. Doch statt die hohen Ausgaben endlich zu senken, wird lieber an der Einnahmenschraube gedreht. Eine dieser Schrauben könnte, auch wenn der Finanzminister  zuletzt etwas zurückruderte, die Wiedereinführung der kalten Progression  sein.

Ende 2022 hat die Regierung die kalte Progression abgeschafft. Unter der kalten Progression versteht man eine schleichende, steuerliche Mehrbelastung. Sie entsteht, wenn man durch einen kollektivvertraglichen Lohnanstieg in eine höhere Steuerklasse fällt, weil die Steuerstufen nicht an die Teuerung angepasst wurden. Diese ungerechtfertigte, „automatische Abschöpfung“ eines Teils der Gehaltserhöhungen des Arbeitgebers hat man nach jahrelangen Diskussionen beendet.

Zitat Icon

Wiedereinführung wäre das komplett falsche Signal.

Ökonom Dénes Kucsera von Agenda Austria

Weil der Staat aber seine Ausgaben nicht in den Griff bekommt, könnte die kalte Progression wieder eingeführt werden – auch wenn hier Finanzminister Markus Marterbauer zuletzt wieder etwas zurückgerudert ist.

Der Grund für eine Neuauflage liegt auf der Hand: Es spült relativ schnell viel Geld in die Staatskasse.

Finanzminister Marterbauer braucht Geld für sein Budget.
Finanzminister Marterbauer braucht Geld für sein Budget.(Bild: Eva Manhart)

Das ginge jedoch wieder direkt zulasten der Lohnsteuerzahler und das „komplett falsche Signal“, betont Ökonom Dénes Kucsera von Agenda Austria. Hätte man nämlich die schleichende Mehrbelastung nicht abgeschafft, blieben uns, zum Beispiel bei einem Monatsgehalt von 4000 Euro brutto, heuer in Summe 1549 Euro netto weniger im Geldbörsel (siehe Grafik). Bei einem Monatslohn von brutto 7000 Euro sind es sogar über 2200 Euro netto im Jahr.

(Bild: Krone KREATIV)

Anreiz für Vollzeit: Wer mehr arbeitet, soll weniger zahlen
Viel wichtiger wäre es, Anreize für mehr Vollzeitarbeit zu setzen. Derzeit sind Teilzeit-Jobs steuerlich gesehen lukrativer. Eine Möglichkeit wäre laut Kucsera, die bezahlte Steuer abhängig von den geleisteten Arbeitsstunden zu machen. Nach dem Motto: Wer mehr arbeitet, zahlt weniger Abgaben.

Derzeit hängen die Steuerstufen an der Höhe des Verdiensts. Eine andere Variante, Vollzeit zu begünstigen, wäre durch die Einführung einer Flat-Tax, also eines einheitlichen Steuersatzes für alle – egal, wie viel man verdient.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt