Wegen höherer Steuern

Budget: Deutlich geringeres Minus als erwartet

Wirtschaft
31.01.2026 10:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Bund hat im Vorjahr seine Budgetziele übererfüllt. Der Grund dafür waren allerdings höhere Steuereinnahmen. Wie es gesamtstaatlich – also inklusive Länder und Gemeinden – aussieht, wird man erst Ende März wissen. 

Laut dem Samstagfrüh publizierten vorläufigen Ergebnis für 2025 war der Finanzierungssaldo mit einem Minus von 14,4 Milliarden Euro um 3,7 Milliarden Euro besser als im Budget-Voranschlag angenommen. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) sieht einen Sanierungserfolg dank eines strengen Budgetvollzugs.

Die Auszahlungen betrugen laut vorliegenden Zahlen 121,5 Mrd. und blieben damit um 1,8 Mrd. unter den Annahmen. Zu verdanken war dies um 1,6 Mrd. niedrigeren Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen. In den konjunktursensiblen Bereichen kam es vor allem aufgrund höherer Arbeitslosigkeit zu Mehrauszahlungen von in Summe 300 Millionen.

Höhere Einnahmen aus öffentlichen Abgaben
Die Einzahlungen, also Einnahmen, beliefen sich auf 107,1 Mrd. und lagen damit um zwei Milliarden über dem Voranschlag. Als hilfreich erwiesen sich dabei Mehreinnahmen aus öffentlichen Abgaben. Damit waren klarerweise auch die Ertragsanteile an Länder und Gemeinden höher.

„Das Budgetdefizit des Bundes fällt niedriger aus als erwartet. Das ist nicht das Ergebnis eines politischen Kurswechsels. Das ist das Ergebnis einer unverschämt hohen Besteuerung. Der Dank gilt den Steuerzahlern, nicht der Politik“, erklärte dazu der Direktor von Agenda Austria, Franz Schellhorn.

„Weiterhin strenger Vollzug“
Zu beachten ist laut Regierung jedoch, dass das Plus beim administrativen Saldo nur zum Teil zu einer Verbesserung des Maastricht-Saldos beitrage. Unter anderem daraus folge, dass die EU-Fiskalregeln und der neue Stabilitätspakt weiterhin einen strengen Budgetvollzug in allen Gebietskörperschaften und die konsequente Umsetzung aller vereinbarten Konsolidierungsmaßnahmen erforderten.

Marterbauer betont auch, dass die Sanierung nicht zu Ende sei. Man müsse weiterhin Vorsicht walten lassen und auch in den nächsten Jahren den eingeschlagenen Kurs ruhig, besonnen und konsequent verfolgen.

Regierung baut Druck auf Länder auf
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sieht in den Zahlen einen Beleg dafür, dass die Regierung fiskalpolitisch auf dem richtigen Weg sei. Das sei ein wichtiger Schritt zurück zu einer nachhaltigen Budgetpolitik und bringe Österreich einem Ende des EU-Defizitverfahrens einen spürbaren Schritt näher.

Die gute Nachricht sei, dass der Sanierungskurs erfolgreich sei, befindet auch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ). Das Budget werde ja nicht aus Jux und Tollerei saniert, sondern deshalb, weil man das Geld der Steuerzahlenden künftig statt für Zinszahlungen für die Stärkung des Sozialstaats, Investitionen in die Wirtschaft, ein gutes Gesundheitssystem und ein zukunftsfittes Bildungssystem ausgeben wolle.

NEOS-Obfrau Beate Meinl-Reisinger sieht einen Kurswechsel eingeläutet. Die Sanierung der öffentlichen Finanzen sei eine gesamtstaatliche Aufgabe und Bund, Länder und Gemeinden seien alle in der Verantwortung. Es sei die Pflicht aller drei Gebietskörperschaften, den Staatshaushalt gemeinsam und langfristig wieder auf gesunde Beine zu stellen.

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