Der dramatische Fall einer Frau, der wegen eines falschen Krebsverdachts die Gebärmutter entnommen wurde, wirft viele Fragen auf – etwa auch die, wie man Patienten unerfreuliche Nachrichten vermittelt. Und hier hat sich in den vergangenen Jahren in der Ausbildung von Jungärzten schon sehr viel getan.
„Der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen dem Mediziner und dem Patienten hat einen hohen Stellenwert und begleitet die Studierenden bis ins Masterstudium“, sagt Univ.-Prof. Bernd Lamprecht, Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Johannes-Kepler-Universität.
Schon im Aufnahmetest zum Medizinstudium wird auf Empathie der Kandidaten Wert gelegt, soweit das schriftlich möglich ist.

Bernd Lamprecht, Studiendekan an der Linzer Medizinuni
Bild: JKU
Schauspieler engagiert
Dort setzt man sich schon seit der Gründung der Fakultät vor zehn Jahren sehr intensiv mit dem Thema auseinander. Es geht dabei darum, wie man schlechte Nachrichten bis hin zum Überbringen einer Todesnachricht entsprechend vermittelt. „An der JKU arbeiten wir sogar mit Schauspielern und Freiwilligen zusammen, die Patienten spielen. Die Jungärzte müssen dann gewisse Situationen nachstellen“, sagt Lamprecht.
„Jeder Mensch ist verschieden“
Auch im Masterstudium wird die Ausbildung von empathischen Kompetenzen fortgesetzt und zieht sich durch alle medizinischen Fachbereiche. „Hier liegen unter anderem Schwerpunkte auf psychosomatischer Gesprächsführung sowie Kommunikation bei Angst- und Panikstörungen, Suizidgefahr, akuten Psychosen und Verdacht auf Suchterkrankungen“, heißt es seitens der JKU auf Anfrage der „Krone“. „Aber es ist natürlich am Ende auch alles eine Frage des Typs, da ist jeder Mensch verschieden“, weiß Lamprecht.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.