Für Kinder zu kochen, kann eine Herausforderung sein. Auch in der Schule: Laut einer Studie bieten nur wenige Volksschulen in Österreich kindgerechtes Essen an. Das sehen Experten kritisch – zumal es oft stark gezuckerte Getränke dazu gibt.
Das Institut SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology and Nutrition) aus Elsbethen hat das Essensangebot an Schulen wissenschaftlich untersucht. Positiv nennt es, dass sich Volksschulen heute nahezu flächendeckend an Initiativen für gesunde Ernährung (97 Prozent) oder Bewegung (99 Prozent) beteiligen. Besonders viel Wert legen die Schulleiter etwa auf vegetarische Angebote (96 Prozent) sowie eine regionale (89 Prozent) und saisonale Küche (87 Prozent). In 86 Prozent der Schulen werden Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien berücksichtigt.
Kritik an Getränken
Kritisch sehen die Studienautoren, dass in jeder dritten Schule neben Leitungswasser noch ein Krug mit Verdünnsaft oder Sirup angeboten wird. Dahinter verbirgt sich versteckter Zucker, den Studienleiter Manuel Schätzer, besonders bedenklich findet: „Ein Glas Sirup-Getränk enthält beinahe so viele Zuckerwürfel wie eine klassische Limonade.“
Zwar ist die Rückmeldung der Schüler für die Speiseplanerstellung ein wichtiger Faktor. Aber genau daran hapert es in der Praxis: 37 Prozent der befragten Schulleiter wissen nicht, ob ihre Schule über eine Zertifizierung für kindgerechtes Essen verfügt. Nur 63 Prozent konnten diese Frage überhaupt beantworten.
Von diesen 63 Prozent gibt ein knappes Drittel an, entsprechend zertifiziert zu sein. In Kärnten, Salzburg und Tirol konnte keine einzige Volksschuldirektion eine Zertifizierung bestätigen. Für Schätzer ein kritischer Punkt: „Tatsächlich erfüllen Speisepläne in Schulen oft nur bedingt den Standard für kindgerechte Ernährung - und dies, obwohl Schulen eine gesundheitsfördernde Lebenswelt sein sollten.“
Es geht bei der kindgerechten Ernährung nicht nur um den Salzgehalt, die richtige Balance aus Ballaststoffen, Vitaminen und Eiweiß oder den Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe wichtig. Sondern auch um die Darreichungsform: Kinder mögen Gemüse eben lieber, wenn es klein geschnitten ist.
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