In ihrer Jugend modelte sie, dann saß sie als ausgebildete Bürokauffrau hinter dem Computer – beides hat Marijana Pavlovic bald sehr gelangweilt. Deshalb wurde sie Lenkerin eines zwölf Meter langen und 15 Tonnen schweren Gefährts.
Ihr erster Job, der sie dann wirklich begeisterte, war Buslenkerin eines Neunsitzers bei einem Reiseunternehmen. „Meine Kollegen haben damals auf mich eingeredet, ich soll den Busführerschein machen, weil ich ja so gerne fahre“, lacht sie heute über ihre Entscheidung. Und diese war richtig. Schon als Kind saß die gebürtige Bosnierin am Schoß ihres Vaters, der Lkw-Lenker war. „Das riesige Lenkrad hat mich schon damals fasziniert.“
Jetzt lenkt sie fünf Tage die Woche ein fast 15 Tonnen, zwölf Meter langes Gefährt durch den niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen, bringt Kinder und Erwachsene an ihre Ziele. „An Schulzeiten transportiere ich bis zu 80 Kinder“, weiß sie um ihre große Verantwortung darüber bestens Bescheid.
Ich liebe es, Bus zu fahren. Es ist die einzige Arbeit für mich, für die ich in der Früh gerne aufstehe.
Marijana Pavlovic, Buslenkerin bei RETTER Linien in Neunkirchen
Den Schein dazu hat sie vor sieben Jahren auf Anhieb geschafft. „Mit 100 Prozent“, ist sie besonders stolz darauf. Auch, dass sie damals die einzige Frau im Kurs war. Und auch die erste Frau bei ihrem Arbeitgeber RETTER Linien in Neunkirchen.

Größte Herausforderung: „Schneeketten anlegen“
Ihr Arbeitstag beginnt manchmal bereits um 4.30 Uhr. Unfall hatte sie zum Glück noch keinen, und auch die Leute begegnen ihr mit großem Respekt. „Die Fahrgäste dürfen zwar offiziell nicht mit mir reden, aber ich bekomme oft Komplimente, dass ich meinen Job gut mache“, freut sie sich.
Die einzige Herausforderung für sie: „Schneeketten anlegen – das dauert bis zu 40 Minuten.“ 40 Minuten, in denen sich die Fahrgäste im Bus und bei der nächsten Haltestelle gedulden müssen. Aber auch mit grantigen Menschen kann sie gut umgehen. „Oft hilft einfach nur ein Lächeln“, so Pavlovic.
Vor allem Frauen und Kinder fühlen sich mit einer Lenkerin oft sicherer.

Birgit Kropfreiter, Geschäftsführerin RETTER Linien in Neunkirchen
Bild: Doris Seebacher
Die Firma RETTER Linien in Neunkirchen beschäftigt derzeit sechs Frauen als Buslenkerinnen. Auch die Geschäftsführerin des insgesamt 72-köpfigen Teams ist weiblich. Sie heißt Birgit Kropfreiter und zeigt größten Respekt für die verantwortungsvolle Arbeit ihrer Kolleginnen. „Vor allem Frauen und Kinder fühlen sich mit einer Lenkerin oft sicherer“, weiß sie aus Erfahrung. „Außerdem beherrschen sie Multitasking besser als Männer, sind flexibler und haben ein gutes Gefühl für ihre Fahrgäste“, so Kropfreiter.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.