Schwergewichtiger Job

Vom Laufsteg ans Steuer eines 15-Tonnen-Busses

Niederösterreich
27.01.2026 17:00

In ihrer Jugend modelte sie, dann saß sie als ausgebildete Bürokauffrau hinter dem Computer – beides hat Marijana Pavlovic bald sehr gelangweilt. Deshalb wurde sie Lenkerin eines zwölf Meter langen und 15 Tonnen schweren Gefährts. 

Ihr erster Job, der sie dann wirklich begeisterte, war Buslenkerin eines Neunsitzers bei einem Reiseunternehmen. „Meine Kollegen haben damals auf mich eingeredet, ich soll den Busführerschein machen, weil ich ja so gerne fahre“, lacht sie heute über ihre Entscheidung. Und diese war richtig. Schon als Kind saß die gebürtige Bosnierin am Schoß ihres Vaters, der Lkw-Lenker war. „Das riesige Lenkrad hat mich schon damals fasziniert.“

Jetzt lenkt sie fünf Tage die Woche ein fast 15 Tonnen, zwölf Meter langes Gefährt durch den niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen, bringt Kinder und Erwachsene an ihre Ziele. „An Schulzeiten transportiere ich bis zu 80 Kinder“, weiß sie um ihre große Verantwortung darüber bestens Bescheid.

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Ich liebe es, Bus zu fahren. Es ist die einzige Arbeit für mich, für die ich in der Früh gerne aufstehe.

Marijana Pavlovic, Buslenkerin bei RETTER Linien in Neunkirchen

Den Schein dazu hat sie vor sieben Jahren auf Anhieb geschafft. „Mit 100 Prozent“, ist sie besonders stolz darauf. Auch, dass sie damals die einzige Frau im Kurs war. Und auch die erste Frau bei ihrem Arbeitgeber RETTER Linien in Neunkirchen.

Privat fährt Pavlovic einen Fiat 600, ein Auto, „das fast in meinen Arbeitsplatz, den Bus, ...
Privat fährt Pavlovic einen Fiat 600, ein Auto, „das fast in meinen Arbeitsplatz, den Bus, hineinpasst“.(Bild: Doris Seebacher)
RETTER Linien beschäftigt 63 männliche und sechs weibliche Buslenker. Auch die Geschäftsführung ...
RETTER Linien beschäftigt 63 männliche und sechs weibliche Buslenker. Auch die Geschäftsführung ist weiblich. Im Bild Geschäftsführerin Birgit Kropfreiter (li.) mit Marijana Pavlovic.(Bild: Doris Seebacher)
In ihren Zwanzigern modelte Pavlovic. Heute liebt sie es, Busse zwischen zwölf und 15 Tonnen zu ...
In ihren Zwanzigern modelte Pavlovic. Heute liebt sie es, Busse zwischen zwölf und 15 Tonnen zu lenken.(Bild: Doris Seebacher)

Größte Herausforderung: „Schneeketten anlegen“
Ihr Arbeitstag beginnt manchmal bereits um 4.30 Uhr. Unfall hatte sie zum Glück noch keinen, und auch die Leute begegnen ihr mit großem Respekt. „Die Fahrgäste dürfen zwar offiziell nicht mit mir reden, aber ich bekomme oft Komplimente, dass ich meinen Job gut mache“, freut sie sich.

Die einzige Herausforderung für sie: „Schneeketten anlegen – das dauert bis zu 40 Minuten.“ 40 Minuten, in denen sich die Fahrgäste im Bus und bei der nächsten Haltestelle gedulden müssen. Aber auch mit grantigen Menschen kann sie gut umgehen. „Oft hilft einfach nur ein Lächeln“, so Pavlovic.

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Vor allem Frauen und Kinder fühlen sich mit einer Lenkerin oft sicherer.

Birgit Kropfreiter, Geschäftsführerin RETTER Linien in Neunkirchen

Die Firma RETTER Linien in Neunkirchen beschäftigt derzeit sechs Frauen als Buslenkerinnen. Auch die Geschäftsführerin des insgesamt 72-köpfigen Teams ist weiblich. Sie heißt Birgit Kropfreiter und zeigt größten Respekt für die verantwortungsvolle Arbeit ihrer Kolleginnen. „Vor allem Frauen und Kinder fühlen sich mit einer Lenkerin oft sicherer“, weiß sie aus Erfahrung. „Außerdem beherrschen sie Multitasking besser als Männer, sind flexibler und haben ein gutes Gefühl für ihre Fahrgäste“, so Kropfreiter.

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