Rund um Akademikerball

Anzeige gegen Grazer (15) nach dem Verbotsgesetz

Steiermark
25.01.2026 12:03
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Hunderte demonstrierten am Samstag gegen den 71. Akademikerball der Burschenschaft Allemannia in Graz. Die Demo verlief weitgehend friedlich, es kam zu zwei Anzeigen. Aber auch ein Jugendlicher wurde am Hauptplatz wegen einschlägiger Symbolik an seiner Kleidung festgenommen.

Am Samstag war es wieder so weit: Wie jedes Jahr fand im Grazer Congress der umstrittene Akademikerball der Burschenschaft Allemannia statt. Es galt wie immer ein Platzverbot, diesmal von 15 Uhr bis 1.30 Uhr rund um den Grazer Congress.

Auch die Protestaktionen blieben nicht aus. Die „Offensive gegen Rechts“ organisierte eine Demo gegen den Ball und gegen die blau-schwarze Landesregierung. „Die Demonstration war ein friedlicher und lautstarker Protest gegen Faschismus. Die Teilnehmenden konnten sich wohlfühlen und ihrer berechtigten Wut Ausdruck verleihen“, heißt es von der Offensive gegen Rechts.

700 Menschen zogen mit Parolen wie „Kein Platz für rechte Idioten“ oder „Nie wieder Faschismus“ durch die Grazer Innenstadt. Teilweise kam es zu Verkehrsbehinderungen. 

Zwei Anzeigen gegen Demonstranten
Weitgehend verlief der Abend friedlich, wie die steirische Polizei am Sonntag mitteilt. Zwei Teilnehmer der Demo wurden wegen Anstandsverletzung bzw. Lärmerregung verwaltungsstrafrechtlich zur Anzeige gebracht.

Eine Anzeige gegen das Verbotsgesetz
Abseits der Demo kam es zu einer Anzeige gegen einen 15-Jährigen. Gegen 18.50 Uhr wurde der jugendliche Grazer von einer Polizeistreife am Hauptplatz angehalten, er trug einen Hosengürtel mit einem Runensymbol. (Runen werden in der rechtsextremen Szene verwendet). Der Gürtel wurde sichergestellt, der 15-Jährige wird nach dem Verbotsgesetz an die Staatsanwaltschaft Graz angezeigt, so die Polizei am Sonntag.

Die Anspannung, ob die Ballnacht heuer ruhig verlaufen werde, war nach einem Vorfall letztes Jahr gestiegen. Damals wurde ein Ballbesucher, der auf dem Heimweg mit seiner Frau war, attackiert und schwer verletzt. Ihm soll seine Couleur-Kappe (traditionelle Kopfbedeckung in Burschenschaften) vom Kopf gerissen worden sein. Aktuell läuft ein Verfahren gegen die mutmaßlichen Täter - Personen aus der linken Szene - in Graz.

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