Heinz Zöllner, der steirische Militärkommandant, begrüßt mögliche Reform des Wehrdiensts. Heftige Kritik kommt indes von der sozialistischen Jugend.
Acht Monate Grundwehrdienst statt bisher sechs, plus zwei Monate verpflichtende Milizübungen: So könnte künftig, wie berichtet, das neue Modell für den Grundwehrdienst in Österreich aussehen.
Diese von der Wehrdienst-Kommission favorisierte Variante begrüßt auch der steirische Militärkommandant, Brigadier Heinz Zöllner: „Jede längere Ausbildungszeit ist ein Vorteil für unsere Soldatinnen und Soldaten, damit das neue technische Gerät entsprechend angewendet werden kann.“ Besonders wichtig seien die verpflichtenden Milizübungen: „Weil die Soldaten nur durch das ständige Training im Einsatzfall ihre Aufgaben erfüllen können.“
Steirische Miliz würde aufgewertet werden
Vorgesehen wären im Modell „Österreich plus“ 60 Tage Truppenübungen. Soldaten würden etwa im Zwei-Jahresrhythmus einberufen werden, sechsmal à zehn Tage. „So wie das jetzt schon bei unserer freiwilligen Miliz ist, aber dann könnten wir das mit Volltruppe machen“, erklärt Zöllner.
Kritischen Stimmen aus der Wirtschaft, die das längere Fernbleiben von Arbeitskräften befürchten, entgegnet der Kommandant: „Es betrifft maximal ein Prozent der unselbstständig Beschäftigten. Und die Truppenübungen finden ja das ganze Jahr über gestaffelt statt.“
Zöllner betont vor diesem Hintergrund auch: „Leider ist die geopolitische Situation so, dass wir einen längeren Beitrag von unseren Staatsbürgern brauchen, um unsere Aufgabe erfüllen zu können.“
„Jugendliche verlieren noch zwei Monate“
Für den Vorschlag der Kommission ist klarerweise auch Markus Mesicek, seit 2018 Kommandant des mehr als 800 Mann und Frau starken Jägerbataillons Steiermark, das zu gut 95 Prozent aus Milizsoldaten besteht. „Wir könnten so unsere Soldaten am letzten Stand halten“, sagt Mesicek, im Zivilberuf Großkundenbetreuer bei einer Bank. Denn das neu angeschaffte Material und die Fahrzeuge werden immer komplexer, viel Ausbildung ist notwendig.
Jugendliche verlieren noch zwei weitere Monate, obwohl sie in den vergangenen Jahren viele Krisen meistern mussten.

Constantin Benga, sozialistische Jugend Steiermark
Bild: SJ Steiermark
Gegen die Pläne (und damit auch gegen die Linie des steirischen SPÖ-Parteichefs Max Lercher) ist Constantin Benga, Vorsitzender der sozialistischen Jugend: Die Vorschläge seien „eine Frechheit“, Jugendliche würden noch zwei weitere Monate verlieren, „obwohl sie in den vergangenen Jahren viele Krisen meistern mussten“. Eine Verlängerung von Wehr- und Zivildienst würde viele Millionen Euro kosten – das Geld sollte man lieber in Maßnahmen zur psychischen Gesundheit investieren.
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