Von einer Trendwende wird am Vorarlberger Arbeitsmarkt in diesem Jahr nicht viel zu spüren sein. Beim AMS setzt man im Kampf gegen Arbeitslosigkeit auf bewährte Rezepte.
Nicht besonders rosig sehen die Prognosen für den Vorarlberger Arbeitsmarkt aus. AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter erwartet sich nur eine leichte Entspannung. So soll die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 500 Personen zunehmen, die Arbeitslosenquote leicht sinken.
Die Prognose der „Synthesis Forschung Gesellschaft m.b.H.“ für den Arbeitsmarkt in Österreich für 2026 zeichnet ein eher düsteres Bild. Die Rede ist von anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen. So wird zwar für 2026 ein moderates Wachstum von 0,9 Prozent prognostiziert, allerdings bleibe die Konjunktur durch hohe Energiepreise, US-Zölle und eine schwache Exportnachfrage belastet. Die Beschäftigung werde folglich nur geringfügig wachsen.
Etwas optimistischer geht Vorarlbergs AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter die Sache an: „Wir gehen davon aus, dass die Personalnachfrage bei den Unternehmen wieder steigen wird und sich dadurch die Beschäftigungschancen für arbeitslose Personen verbessern werden“, ließ er im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag wissen.
Vier Arbeitsschwerpunkte
Ausgehend von der Wirtschaftsprognose und den damit zu erwartenden Arbeitsmarktentwicklungen wird sich das AMS Vorarlberg weiter auf vier Schwerpunkte konzentrieren. So steht neben der raschen Vermittlung von Arbeitskräften die Ausbildung von Fachkräften auf dem Programm. Letztere sollen durch gezielte Beratung und Förderangebote gewonnen werden. Beim dritten Schwerpunkt geht es um die Verhinderung bzw. den Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit. Und nicht zuletzt möchte das AMS auch selbst ein attraktiver Arbeitgeber sein und als solcher auch wahrgenommen werden. Derzeit zählt die Einrichtung rund 280 Beschäftigte: „Unser Human-Kapital sind unsere Mitarbeitenden. Wir arbeiten an unserer Arbeitgeberattraktivität – einerseits beim Recruiting neuer Mitarbeiter, andererseits setzen wir auf kontinuierliche Personal- und Führungskräfteentwicklung“, betonte die stellvertretende Landesgeschäftsführerin Katharina Neuhofer.
Um all den Aufgaben gerecht zu werden, steht dem AMS Vorarlberg in diesem Jahr ein Budget von rund 39,2 Millionen Euro zur Verfügung: Knapp 54 Prozent der budgetären Mittel fließen in Qualifizierungsangebote, 32 Prozent in Beschäftigungsmaßnahmen und etwa 14 Prozent werden für Unterstützungsangebote eingesetzt.
Die größten Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt haben gesundheitlich Belastete, Ältere, Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose.
Bernhard Bereuter
„Die größten Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt haben nach wie vor gesundheitlich Belastete, Ältere, Geringqualifizierte und langzeitarbeitslose Personen. Gezielte arbeitsmarktpolitische Angebote wie Qualifizierungsangebote, Beratungs- und Betreuungsangebote oder Lohnkostenförderungen für Unternehmen werden die Einstiegschancen der betroffenen Personen erhöhen“, erklärte Bereuter. Im Jahr 2026 sei geplant, mehr als 20.500 Personen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen einzubeziehen.
Neu in diesem Jahr ist, dass das AMS die Berufs- und Bildungsberatung in den „BerufsInfoZentren“ (BIZ) für Jugendliche und Erwachsene erweitert. So soll das breite Spektrum an Ausbildungswegen besser zugänglich gemacht werden, denn die meisten Jugendlichen interessieren sich derzeit nur für etwa fünf der über 200 Lehrberufe.
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