Hyrox-Hype erklärt

„Starke Frauenkörper rücken mehr in den Fokus“

Sport-Mix
29.01.2026 05:25

HYROX hat bereits den Sprung in den Breitensport geschafft und erlebt derzeit einen unvergleichlichen Boom – doch was genau steckt dahinter? Zone.Fit-Duo Maximilian Walter und Fabian Auracher nimmt die Sportart gegenüber Sportkrone.at unter die Lupe. „Starke Frauenkörper rücken wieder mehr in den Fokus. Vielfältigere Körperbilder werden wieder relevanter. Jeder Körpertyp und jedes Alter ist vertreten. Und Hyrox legt auch viel Wert auf Inklusion.“

Was 2017 in Deutschland von Christian Toetzke und Olympiasieger Moritz Fürste gegründet wurde, hat sich in wenigen Jahren zu einem globalen Phänomen entwickelt. HYROX verbindet Laufen mit funktionellem Krafttraining und füllt damit eine Lücke zwischen klassischem Fitnessstudio und Hochleistungswettkampf. Weltmeisterschaften, Singles, Doubles- und Relay-Formate füllen Hallen von Europa und Asien bis Amerika.

Das Prinzip ist einfach erklärt, aber brutal in der Umsetzung: Achtmal einen Kilometer laufen und dazwischen Kraftstationen ausüben. Ein Wettkampf, der Körper und Geist alles abverlangt.

Ein Trend, der alle Fitnessstudios in Österreich und weltweit in Sachen Ausstattung vor Herausforderungen stellt. Mitglieder wollen sich plötzlich für ein Hyrox-Rennen vorbereiten und richten ihre Studio-Suche danach aus.

Im Zone.Fit wurde der Trend früh erkannt. „Wir haben schon 2017 von Hyrox gehört und die Entwicklung seitdem verfolgt“, erzählt Maximilian Walter, Trainer und Studioleiter von Zone.Fit Arch im 19. Wiener Gemeindebezirk. Als sich vor gut einem Jahr die Möglichkeit bot, einen freien Raum neu zu gestalten, war die Entscheidung rasch gefallen. Ein eigener Hyrox-Bereich entstand. „Wir hatten das Equipment größtenteils bereits im Studio. Wir setzen schon immer stark auf funktionelles Training. Der Umstieg war für uns also kein schwieriger.“

(Bild: ZoneFit)

Sportlich sieht Walter den Reiz vor allem in der Zugänglichkeit. Hyrox kombiniert grundlegende Bewegungsmuster mit Ausdauer, ohne dabei hochkomplex zu werden. „Crossfit ist immer weiter nach oben geschossen, die Übungen wurden immer schwieriger. Hyrox füllt hier eine Lücke im funktionellen Trainingsbereich“, erklärt er.

Zone.Fit hat sich dazu entschieden, HYROX-Affiliate zu werden. Das bedeutet, dass die drei Wiener Standorte die Marke HYROX offiziell verwenden dürfen, auf spezielle HYROX365-Programme zugreifen können und HYROX-spezifische Kurse durchführen, vermarkten und bewerben dürfen.

(Bild: STUDIOKERSCHBAUM.com, Zone.Fit)

Entscheidend sei aber nicht nur das Konzept, sondern die Menschen dahinter. „Man muss sich genau darüber im Klaren sein, wie die eigene Community aufgestellt ist. Ab und zu muss man sie an die Hand nehmen und zu neuen Dingen führen – aber immer gemeinsam“, betont Walter. Ziel sei es, einen Ort zu schaffen, an dem sich alle abgeholt fühlen: „Ob Hyrox, Crossfit, Gymnastik oder freies Training – jeder soll hier gut trainieren können und Teil einer coolen Community sein.“

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Starke Frauenkörper rücken wieder mehr in den Fokus. Vielfältigere Körperbilder werden wieder relevanter.

Zone.Fit-Studioleiter Maximilian Walter

Vorfreude auf Wien-Event
Derzeit wird dem großen Highlight, dem Hyrox-Event in Wien, der vom 6. bis 8. Februar stattfindet, entgegengefiebert. „Letztes Jahr haben 30 Leute aus der gesamten Zone.Fit-Community teilgenommen“, sagt Walter: „In diesem Jahr werden es etwa 250 bis 300 unserer Mitglieder sein, die an den Start gehen werden. Das wird ein Highlight, es steckt eine enorme Dynamik dahinter.“

(Bild: Zone.Fit)

Wird HYROX olympisch?
In den letzten Monaten wurden die Rufe nach Olympia im „Hyrox-Zirkus“ lauter. Die Gründer der Fitnessmarke haben eine Teilnahme bei den Sommerspielen 2032 oder 2036 ins Visier genommen. Dafür müssen jedoch noch einige Hausaufgaben erledigt werden. „Die Frage nach Olympia stellt sich irgendwann einmal in allen Sportarten“, so Walter, der ausführt: „Oft ist es nur eine Marketingstrategie, denn um olympisch zu werden, müssen enorme Vorgaben erfüllt werden. Es braucht eine Verbandstruktur, Vereine und sie müssen Teil des Olympischen Komitees werden. Das sind viele Schritte, die sich negativ auf das Unternehmen auswirken.“

Dass der Hype so schnell abflacht, sieht Auracher nicht. „Hyrox ist eine Sportart für jedermann, nicht nur für Profis. Alles bleibt im Rahmen des Machbaren und genau deshalb wird diese Dynamik noch einige Jahre anhalten. Ob es olympisch wird oder nicht, ist dabei völlig gleichgültig, solange es wieder mehr Menschen zum Sport bringt. Das ist viel wichtiger.“ 

Walter ergänzt: „Die Rennen werden exklusiver, es gibt mehr Spezialrennen und Kooperationspartner wie Red Bull oder PUMA. Es gibt Firmen, die ihr Marketingbudget in diese Richtung umschichten. Das führt immer dazu, dass Sportarten länger relevant bleiben.“

(Bild: STUDIOKERSCHBAUM.com, Zone.Fi)

Boom durch Social Media: Fluch und Segen
Der Aufschwung wird maßgeblich durch Social Media getragen. Das hat jedoch auch seine Schattenseiten. „Es schürt den Körperwahn, das muss man schon sagen“, meint Walter. „Diese superathletischen, knapp bekleideten Körper, teilweise ohne T-Shirt, sind ein Faktor, der auch ausgrenzt. Das ist eine Diskussion, die stattfinden muss. Auf der anderen Seite hat Social Media den größten Einfluss, ist sozusagen der große Hebeleffekt.“ 

Auracher warnt zudem vor falschen Trainingsinhalten aus dem Internet. „Es gibt viele Content-Creator, die Dinge als richtig verkaufen. Das kann auch gesundheitlich problematisch sein. Wir merken das in Kursen, wenn wir Übungen wieder richtigstellen müssen.“

Walter hebt aber auch die positiven Aspekte hervor. „Starke Frauenkörper rücken wieder mehr in den Fokus. Vielfältigere Körperbilder werden wieder relevanter. Jeder Körpertyp und jedes Alter ist vertreten. Und Hyrox legt auch viel Wert auf Inklusion.“

Im Zone.Fit war die strategische Ausrichtung auf Hyrox goldrichtig. Auracher hebt den Community-Gedanken hervor. „Man quält sich gemeinsam, hört gute Musik und entwickelt gemeinsam Spaß am Training.“ Besonders bei Neulingen sei das deutlich zu sehen: „Anfangs sind sie etwas skeptisch, aber dann hole ich sie von der Gruppenstunde ab und sie strahlen über beide Ohren. Da frage ich oftmals gar nicht, wie das Training war, sondern sehe ihnen an, dass es ihnen gefallen hat und sie eine gute Zeit hatten.“

Wie einsteigen?
Ein Rat, wie man am besten einsteigt? „Ein Hyrox-Studio aussuchen, ein Probetraining machen und reinschnuppern“, sagt Walter. „Es muss einem schon auch Spaß machen, in der Gruppe zu trainieren. Das ist ein wichtiger Faktor.“

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