25.04.2014 12:46 |

krone.at-Satire

Paul Scharner neuer Trainer von Manchester United

Paulis Augen waren von feinem Glanz überzogen. Er, der jahrzehntelang märtyrerhaft für das Vorankommen des Fußballs gekämpft hatte, dessen Strahlkraft aber von abgetakelten Funktionären und greisen Machthabern bisher stets verkannt worden war, fühlte sich zum ersten Mal verstanden. Als er nach David Moyes' Rausschmiss - längst überfällig - zum neuen Cheftrainer von Manchester United ernannt wurde, wusste er: Sein Kampf hat sich gelohnt.

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Dabei hatte sich Pauli zwischenzeitlich schon wieder im falschen Film gewähnt. Herbert Prohaskas Grant, dass nach Barca und Real mit ManU der nächste Großklub den folgenschweren strategischen Fehler beging, nicht auf Andi Ogris als Cheftrainer zu setzen, konnte Pauli ja noch verstehen. Dass aber in diversen Revolverblättern allen Ernstes Louis van Gaal, irgendein - um mit der großen österreichischen Philosophin Elke Lichtenegger zu sprechen - vollkommen unbekannter Trainerfrischling, der sich ManU anbiedern wollte, aber gottlob eh nicht genommen wurde, weil er so schlecht ist, als Moyes-Nachfolger gehandelt wurde, ließ Paulis erst am Vortag tschisieisgelb-allergierot gefärbte Haarpracht schlagartig dezent ergrauen.

Unverstanden
Andererseits: Was wussten die Medien schon? Die Schmierfinken hatten schon damals seinen gleichermaßen genialen wie dringend notwendigen Plan, sich selbst zum spielenden österreichischen Teamchef zu machen, nicht verstanden, geschweige denn angemessen gepriesen. Und schon bald stellte sich heraus: Auch die Van-Gaal-Nummer - eine bestenfalls semioriginelle Ente. Wusste er es doch!

Paulis Nominierung zum Trainer bei Manchester Untied war also der logische und einzig denkbare Schritt. "Mir imponiert Paul schon lange", ließ ManU-Vorstandschef Ed Woodward via Presseaussendung verlautbaren: "Der Klub hätte ihn schon damals, als er bei der Wiener wie auch bei der Salzburger Austria die Fäden zog, gerne als Spielertrainer engagiert. Wir wussten damals zwar schon, dass Pauli der bessere Trainer wäre, wollten Ferguson aber nicht absägen, weil wir dachten, er macht's ohnehin nicht mehr lange." Seine Intuition täuschte Woodward freilich nicht - Ferguson sollte es bloß noch läppische 15 Jahre auf der Trainierbank der Red Devils aushalten.

Scharner: "Fußballwelt zur Vernunft gekommen"
Pauli selbst meinte in einer ersten Stellungnahme: "Endlich ist die Fußballwelt zur Vernunft gekommen." Er zweifle keine Sekunde daran, der Richtige für den englischen Rekordmeister zu sein. "Schließlich habe ich mein Taktikverständnis schon damals bei der Austria demonstriert, als ich unter Jogi Löw die Einwechslung verweigert habe. Was aus ihm geworden ist, sieht man ja." Auch da hat Pauli natürlich recht. Löws Abstieg vom Weltklub aus Wien, bei dem er mit Edelzanglern wie Ernst Dospel und Fernando Troyansky die ganz feine Klinge führte, zum abgesandelten deutschen Nationalteam, wo er sich mit holzg'schnitzten Hundskickern wie Götze und Özil abplagen muss, spricht für sich.

Seine Ziele mit dem neuen Klub formulierte Pauli übrigens gewohnt bescheiden: "Ich will die Weltherrschaft an mich reißen." Na eh.

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