In der Wirtschaftskammer ist die Führungsfrage endgültig beantwortet worden. Interims-Präsidentin Martha Schulz übernimmt die WKO dauerhaft an der Spitze – und beerbt damit den in Ungnade gefallenen Harald Mahrer, dem eine Affäre um Gehaltserhöhungen zum Verhängnis wurde.
Die Tirolerin betonte bei ihrer interimistischen Übernahme noch, keine dauerhafte Lösung sein zu wollen. In einer internen Mail an die Funktionäre der Wirtschaftskammer (WKO), die der „Krone“ vorliegt, erklärte sie nun ihren Sinneswandel. „Die vielen positiven Rückmeldungen in den vergangenen Wochen und viele persönliche Gespräche haben mich bestärkt, jetzt den nächsten Schritt zu setzen und die Wirtschaftskammer Österreich als Präsidentin zu führen“, schrieb Schultz darin.
Schultz will Vertrauen zurückgewinnen
Der Entscheidung seien „intensive“ Überlegungen „mit Blick auf unser Familienunternehmen“ vorangegangen. „Es ist gelungen, eine Lösung zu finden, die beide Aufgaben vereinbar macht. Ich werde daher eine engagierte Unternehmerin bleiben und eine engagierte Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich sein.“ Ihr Versprechen: „Wir werden uns mitgliedernahe weiterentwickeln. Wir werden die volle Stärke und Kompetenz unserer Organisation zum Nutzen unserer Mitglieder auf den Punkt bringen.“
Der ÖVP-Wirtschaftsbund bestätigte die Entscheidung am Dienstagabend. Schultz bleibe nun für die gesamte restliche Periode Präsidentin der WKO. Der Wirtschaftsbund hat die entsprechende Mehrheit in der Unternehmerkammer, um den Chefinnensessel zu besetzen.
„Heute (Dienstag, Anm.) haben sich alle Wirtschaftsbund-Obleute bei einem informellen Treffen auf Martha Schultz als neue Wirtschaftskammerpräsidentin für die gesamte Periode geeinigt“, schrieb die ÖVP-Teilorganisation. „Morgen tagt das Wirtschaftsbund-Präsidium und am Nachmittag findet die Angelobung durch Bundesminister Hattmannsdorfer statt.“
Mahrer hatte sich im vergangenen Herbst wegen mehreren zusammenkommenden Punkten zurückziehen müssen, wogegen er sich ursprünglich noch wehrte. Für besonders große Aufregung hatten zum Teil als exorbitant bewertete Gagen-Erhöhungen von Spitzenfunktionären in den meisten Landeskammern geführt, die inzwischen flächendeckend wieder zurückgenommen wurden.
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