Handy gesucht

Schon wieder: Sturz in Schlucht in St. Anton

Tirol
04.01.2026 07:00

Der Mühltobel in direkter Nähe eines berühmten Après-Ski-Lokals in St. Anton am Arlberg wurde am Freitagabend einem Einheimischen (18) beinahe zum tödlichen Verhängnis. Der Bursch stürzte 60 Meter in die Tiefe. Erst am Montagabend waren dort zwei Burschen verunglückt.

Déjà-vu-Erlebnis für die Bergrettung St. Anton und die Besatzung des Notarzthubschraubers RK-2 aus Reutte. Nach dem Einsatz am Montagabend für zwei Alkoholisierte, die im wahrsten Sinn des Worts abgestürzt waren, mussten die Einsatzkräfte am Freitag gegen 19.30 Uhr einen 18-Jährigen aus dem Mühltobel bergen.

Der Einsatzort von Freitag befand sich laut Kurt Hüttl, dem Einsatzleiter und Chef der Bergrettung St. Anton, rund 50 Meter unterhalb der Unglücksstelle von Anfang der Woche. „Dieses Mal stürzte der 18-Jährige sogar bis ganz hinunter“, schildert Hüttl im Gespräch mit der „Krone“.

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Der 18-Jährige wollte das Handy seiner Freundin holen, das in die Schlucht gefallen war. Dabei ist er ausgerutscht und abgestürzt.

Patrick Wechner, Chef der Alpinpolizei im Bezirk Landeck

Einen Zusammenhang mit Après-Ski gab es laut Patrick Wechner, dem Chef der Alpinpolizei im Bezirk Landeck, dieses Mal wohl keinen. „Der 18-jährige wollte das Handy seiner Freundin holen, das in die Schlucht gefallen war. Dabei ist er ausgerutscht und abgestürzt“, so Wechner. Zwölf Einsatzkräfte der Bergrettung rückten aus und stiegen zum Verunglückten ab, der verletzt im Tobel lag und mittels Lichtzeichen auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Bergung mit dem Heli schonender
„Wir haben den Patienten erstversorgt und dann wieder den Notarzthubschrauber RK-2 angefordert“, informiert Hüttl. Die Bergung mit der Seilwinde des Helis sei für das Opfer schonender als eine terrestrische Rettung, so der Einsatzleiter.

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Der junge Mann hatte beim Absturz über das steile, teilweise schnee- und eisbedeckte, felsdurchsetzte Gelände großes Glück. 

Kurt Hüttl, Einsatzleiter Bergrettung St. Anton

Der RK-2, der in der Nacht Windenbergungen durchführen kann, holte den 18-Jährigen wenig später aus der Schlucht und flog den erheblich Verletzten ins Krankenhaus nach Zams.

„Der junge Mann hatte beim Absturz über das steile, teilweise schnee- und eisbedeckte, felsdurchsetzte Gelände großes Glück. Der Unfall hätte auch weit anders enden können“, schildert Hüttl.

Unglück von Montag wegen „Pinkel-Panne“
War diesmal die Suche nach einem Handy Grund für den Absturz, so ist am Montag der 21-jährige betrunkene Deutsche vom Rand eines Parkplatzes beim Pinkeln in die Tiefe gefallen. Sein einheimischer Begleiter (22) stürzte ab, als er dem Deutschen zu helfen versuchte.

Bürgermeister sieht Ort zu Unrecht in Schlagzeilen
Die „Krone“ wollte vom St. Antoner Bürgermeister Helmut Mall wissen, ob bzw. wie man solche Vorfälle im Bereich des Mühltobels künftig verhindern könne.  „Was soll die Gemeinde tun – eine Mauer aufstellen?“, reagierte er merklich gereizt. Mall sieht das Mekka des Wintersports derzeit zu Unrecht in den Schlagzeilen. 

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