Die FIFA hatte Barcelona wegen des Transfers minderjähriger Spieler mit einem Transferverbot für zwei Wechselperioden belegt. In einer 14 Punkte umfassenden Erklärung wies der Klub darauf hin, dass er sich in seiner Fußballschule "La Masia" sehr gründlich um den Schutz von Minderjährigen kümmere und dafür sorge, dass Nachwuchsspieler eine Ausbildung erhielten. "Barca bildet in erster Linie Menschen aus und erst dann Sportler", heißt es darin. Das Modell sei von der FIFA bisher stets anerkannt und als Vorbild gepriesen worden.
Raum für kontroverse Debatten
Bei insgesamt zehn Transfers von minderjährigen Spielern soll "Barca" in den Jahren 2009 bis 2013 gegen die FIFA-Statuten verstoßen haben. Nur in begründeten Ausnahmefällen dürfen Vereine Kinder unter 18 Jahren unter Vertrag nehmen. Das Reglement wird von Fachleuten prinzipiell begrüßt, lässt aber auch Raum für kontroverse Debatten.
"Medizin ist nicht die richtige"
Der Anwalt Jean-Louis Dupont, weltweit bekannt geworden durch den Fall Bosman, kritisierte die Entscheidung. "Die FIFA hat das Problem korrekt identifiziert, aber ihre Medizin ist nicht die richtige", sagte der Belgier dem katalanischen Radiosender RAC1. "Wenn das Reglement der FIFA verhindert, dass es für einen Buben und dessen Familie eine bessere Zukunft gibt, ist es falsch. Das Reglement sollte einen Missbrauch unterbinden."
Der Jurist David Sequera meint gar, die FIFA verstoße mit dem Transferverbot gegen geltende Gesetze. "Eine Sanktion, die die Freiheit zur Einstellung von Arbeitskräften einschränkt, bedeutet einen Bruch der Rechtsordnung", schrieb der Arbeitsrechtsexperte der internationalen Kanzlei Osborne Clark in der Zeitung "El Pais". "Das Recht auf unternehmerische Freiheit ist in der spanischen Verfassung und in den EU-Verträgen garantiert."
Hat die FIFA ein Exempel statuiert?
In Spanien herrschte allgemein der Eindruck, dass die FIFA ein Exempel statuieren wolle. "Es ist wahrscheinlich, dass die FIFA sich mit ihrer tiefgreifenden Sanktion den FC Barcelona ausgesucht hat, weil dieser Klub weltweit als ein Vorbild gilt", sagte der Professor für Sportphilosophie, Jose Luis Perez Trivino. In einer Kolumne für die Zeitung "El Periodico" betonte der Wissenschaftler, dass der Handel mit Kindern im Profi-Fußball ein soziales Drama sei, andere Vereine aber viel skrupelloser vorgingen als der FC Barcelona.
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