Es war der deutsche Kanzler Otto von Bismarck, der 1878 die europäischen Großmächte nach Berlin lud, um nach dem russisch-türkischen Krieg als „ehrlicher Makler“ eine neue Friedensordnung für den Balkan und damit für Europa insgesamt auszuhandeln. In unseren Tagen hat nun der deutsche Kanzler Merz nach Berlin geladen, um einen europäischen Friedensplan für den Ukraine-Krieg zu entwickeln.
EINERSEITS meinen nahezu alle politischen Beobachter, dass diese Berliner Gespräche wohl kaum einen Durchbruch zu einem möglichen Frieden für die Ukraine zeitigen würden. Ungewiss sei, ob die Europäer unter Federführung des deutschen Kanzlers US-Präsident Trump wirklich auf ihre Seite ziehen können. Und die Russen seien ja nicht einmal am Verhandlungstisch.
ANDERERSEITS scheint Friedrich Merz, der innenpolitisch bislang eher glücklos agiert, in Sachen Außenpolitik zunehmend Profil zu gewinnen. Und das nicht nur als Regierungschef des wirtschaftlich stärksten EU-Landes, sondern auch in Hinblick auf das transatlantische Verhältnis. Bezeichnend seine Anmerkung zur jüngsten US-Sicherheitsstrategie: Wenn Washington schon nicht mit der EU wolle, so solle es zumindest mit Deutschland kooperieren.
Fehlt nur noch, dass er auch ein konstruktives Gesprächsverhalten zu Russland herstellen könnte. Dann würde Friedrich Merz wirklich auf den Spuren Otto von Bismarcks als ehrlicher Makler wandeln.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.