Jeannine starb mit 36

Nach Mamas Tod ist ihre Familie nur noch zu dritt

Oberösterreich
30.11.2025 17:00

Der 38-jährige Michael aus dem Bezirk Linz-Land muss sich nach einem dramatischen Schicksalsschlag nun allein um Tochter Emma (5) und den schwer beeinträchtigten Sohn Ben (3) kümmern. Die Mutter seiner beiden Kinder war heuer im Jänner plötzlich gestorben. Emotional und finanziell ist die Situation für die Kleinfamilie nun nicht einfach.

Es ist ein herzzerreißender Anblick: Die fünfjährige Emma hält das Foto, auf dem sie im Babyalter mit Mutter Jeannine abgebildet ist, eng umklammert. „Nein, das ist meine Mama, die geb’ ich nicht her“, schluchzt die Kleine, als der „Krone“-Fotograf sie bittet, ihm das Bild nur kurz zu überlassen, damit er es ablichten kann. Erst Papa Michael gelingt es, die Tochter wieder zu beruhigen. Er nimmt sie in den Arm, herzt und küsst sie – das hilft. „Wir hatten heuer nicht gerade eine leichte Zeit“, seufzt der 38-Jährige.

Die große Schwester liebt den kleinen Bruder innig
Die große Schwester liebt den kleinen Bruder innig(Bild: Markus Wenzel)

Sie wurde nur 36 Jahre alt
Es war am 9. Jänner, als die Hiobsbotschaft von Jeannines Tod plötzlich über die kleine Familie hereinbrach. Die zweifache Mama wurde nur 36 Jahre alt. „Das war eine Katastrophe! Ein Gefühl, als ob man uns den Boden unter den Füßen weggezogen hätte“, sagt Papa Michael. Er muss sich seit damals allein um Emma und den schwer beeinträchtigten Ben kümmern. Der Dreijährige leidet seit der Geburt an einem seltenen Gendefekt (MECP2-Duplikationssyndrom). Dieser hat zur Folge, dass Ben geistig auf dem Niveau eines Kleinkindes bleibt, er nicht reden und selbstständig gehen lernen wird.

Ben leidet an einem schweren Gendefekt, er benötigt rundum die Uhr Betreuung.
Ben leidet an einem schweren Gendefekt, er benötigt rundum die Uhr Betreuung.(Bild: Markus Wenzel)

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Sein Körper ist massiv infektanfällig, und er hat immer wieder schwere Atemwegsprobleme. Hinzu kommen eine verzögerte Entwicklung samt Kleinwüchsigkeit, infantile Hypotonie, Verdauungsstörungen und ein vermindertes Schmerzempfinden. Die Lebenserwartung für Betroffene liegt nur bei durchschnittlich 20 Jahren.

Papa kümmert sich in Hospizkarenz um die Kinder
Der kleine Ben braucht rund um die Uhr Betreuung. Seit März befindet sich Michael in Hospizkarenz, sein Arbeitgeber hat ihn freigestellt. Finanziell ist die Situation natürlich angespannt.

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Klar sind wir manchmal traurig, versuchen aber, das Beste aus der Situation zu machen und zu akzeptieren, wie es ist.

Vater Michael mit Sohn Ben

Der 38-Jährige kümmert sich rührend um die Kinder. Er kocht, wäscht, backt für sie und versucht, ihnen in traurigen Phasen eine seelische Stütze zu sein, ihnen die Sicherheit zu geben, die sie seit dem Verlust ihrer Mama dringend benötigen. „Es gibt Tage, da muss ich den Ben fast rund um die Uhr mit mir herumtragen, weil es ihm nicht gut geht“, so Michael. Emma erhält eine professionelle Trauerbegleitung und macht Kinderyoga. Ben bekommt Physiotherapie, er wird auch eine Ergotherapie benötigen.

Emma (5), hält ein Foto mit ihrer verstorbenen Mama im Arm.
Emma (5), hält ein Foto mit ihrer verstorbenen Mama im Arm.(Bild: Markus Wenzel)

Ein Kerzerl für die Mama
Auch Michael hat Gesprächsberatung absolviert. „Klar sind wir manchmal traurig, versuchen aber, das Beste aus der Situation zu machen und zu akzeptieren, wie es ist.“ Am 22. Dezember feiert Emma Geburtstag, darauf freut sie sich schon sehr. „Am 23. schmücken wir dann gemeinsam den Baum und stimmen uns auf Weihnachten ein.“ Und für die Mama wird an ihrem Todestag ein Kerzerl angezündet.

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