Bilanz der Oberbank

Wohnbau ist zurück: 50 Prozent mehr Kreditvolumen

Oberösterreich
27.11.2025 11:35
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Die oberösterreichische Oberbank hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rückgang bei Gewinn und Zinsergebnis verzeichnet. Der Überschuss vor Steuern sank im Jahresvergleich um fast sieben Prozent auf 367,1 Millionen Euro. Das Kreditvolumen ist hingegen gestiegen – ein gutes Zeichen für die Wirtschaft insgesamt.

Das Zinsergebnis der Oberbank ist um 5,6 Prozent auf 463,8 Millionen Euro gesunken. Bei den Provisionen gab es ein Plus von 13,3 Prozent auf 172,3 Millionen Euro. Gesunkene Zinsen wirken sich positiv beim Firmengeschäft aus.

Oberbankchef Franz Gasselsberger zeigt sich „mehr als zufrieden“: „Trotz der Rückgänge im Zins- und im Beteiligungsergebnis konnten wir durch eine zweistellige Steigerung im Provisionsergebnis, ein ausgezeichnetes Risikoergebnis und einen stabilen Verwaltungsaufwand das Ergebnis auf hohem Niveau halten.“ Das Kreditvolumen stieg um 5,3 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro, die Einlagen um 6,8 Prozent auf 20,6 Mrd. Euro. Nach Steuern blieb ein Überschuss von 284,1 Millionen Euro nach 309,8 Millionen Euro im ersten Dreivierteljahr 2024.

Konjunktursignal durch Wohnbau ...
Nicht nur für die Oberbank erfreulich ist folgende Kennzahl: Das Volumen an Neuvergaben in der Wohnraumfinanzierung ist um 50 Prozent gestiegen. Es haben im Jahresvergleich also wieder deutlich mehr Kunden Kredite für den privaten Wohnbau aufgenommen. Der Wohnbau gilt als ein Konjunkturindikator, denn wird wieder verstärkt gebaut, kurbelt das neben der Bauwirtschaft auch andere Wirtschaftszweige wie etwa den Möbelhandel an.

... und durch mehr Firmenkredite
Auf das kommende Jahr 2026 blickt man bei der Bank, was die Wirtschaftsentwicklung angeht, positiv. Die gesunkenen Zinsen würden sich bemerkbar machen. „Wir verzeichnen im Firmengeschäft ein so starkes Kreditwachstum, wie seit Jahren nicht mehr und das ist aus unserer Sicht der verlässlichste Konjunkturindikator“, heißt es. Auch bei den privaten Haushalten steige die Investitionsbereitschaft. „Wir erwarten ein gutes operatives Ergebnis, die deutliche Steigerung der Provisionserträge wird aber die dem Zinsumfeld geschuldeten Rückgänge im Zinsergebnis nicht vollständig kompensieren können.“

Der Jahresüberschuss werde aber „auch ganz wesentlich von Marktvolatilitäten beeinflusst“, weshalb man „aus heutiger Sicht keinen verlässlichen Ausblick geben“ könne. Die aktuelle Zahl der Beschäftigten wird mit 2.172 angegeben, nach 2.230 vor einem Jahr. Die Zahl der Geschäftsstandorte wurde in der Jahresfrist von 175 auf 171 reduziert.

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