Kritik an Totschnig

Österreichs Parteien von Klimakonferenz enttäuscht

Außenpolitik
24.11.2025 19:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Samstag ist die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem zu Ende gegangen – mit minimalen Kompromissen. So wurde zum Beispiel beschlossen, die Klimafinanzierung in Ländern des Globalen Südens zu verdreifachen. Österreichs Parlamentsparteien geht das mehrheitlich nicht weit genug.

Da Ölstaaten wie Saudi-Arabien zu keinem Kompromiss bereit waren, gibt es etwa keinen Fahrplan zum fossilen Ausstieg im Beschlusstext. Das gleiche einer „Bankrotterklärung“, kommentierte NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard. Die internationale Finanzierung für Klimawandelanpassung könne das nicht wettmachen. „Mehr als ungenügend“ ist das Abschlussdokument für SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr. Neben Ausstiegsplänen aus fossilen Brennstoffen fehle auch ein Bekenntnis für den Stopp der Entwaldung.

Ähnlich fiel die Reaktion der Grünen aus. Das Ergebnis der Klimakonferenz sei „enttäuschend für alle Menschen auf diesem Planeten“, meinte Umweltsprecher Lukas Hammer gar. Er kritisierte auch Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) dafür, bereits am Donnerstag und damit „weit vor Ende der Verhandlungen“ aus Belem abgereist zu sein. „Dass Totschnig andere Termine vorzieht, spricht Bände über die Prioritätensetzung dieser Bundesregierung, bei der Klimaschutz zum bloßen Beiwagerl verkommen ist“, hielt er fest.

Zitat Icon

Das Ergebnis ist enttäuschend für alle Menschen, die auf diesem Planeten leben.

Lukas Hammer, Umweltsprecher der Grünen

Totschnig selbst skeptisch
Der Umweltminister selbst zeigte sich ebenfalls skeptisch in Bezug auf das Ergebnis. Das Paket bleibe weit hinter dem zurück, was die EU für notwendig erachte, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sagte er. „Das kann man nicht schönreden.“ Parteikolleginnen und Parteikollegen sprechen dennoch von einem „wichtigen Signal für den globalen Klimaschutz“.

Besonders hart mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ging die FPÖ ins Gericht. „Europa steckt im Klimakommunismus fest und spielt den Musterschüler. Entscheidende Länder wie die USA, Russland, China oder Saudi-Arabien stehen auf der Bremse. Schwellenländern ist der Umweltschutz oftmals kein wichtiges Anliegen. Vor diesem Hintergrund kann man eigentlich solche Konferenzen ersatzlos streichen“, sagte Umweltsprecher Thomas Spalt. Zudem sei vor der Konferenz eine Autobahn durch den Regenwald gebaut worden und Dutzende Teilnehmende seien in Privatjets angereist.

Kritik an dem Abschlussdokument kam unter anderem auch von der Arbeiterkammer und vielen Umweltschutzorganisationen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt