Darunter Sechsjährige
Angst um entführte Schulkinder in Nigeria
In Nigeria hat eine schwere Welle an Massenentführungen Entsetzen ausgelöst. Am Freitag verschleppten Bewaffnete 303 Kinder und Jugendliche sowie zwölf Lehrkräfte aus einer katholischen Schule. Am Montag zuvor waren 25 Mädchen aus einer staatlichen Schule entführt worden.
Kurz danach brachten Angreifer 38 Gläubige aus einer Kirche in ihre Gewalt. Mehrere Menschen wurden erschossen. Wie berichtet, konnten inzwischen 50 Schulkinder fliehen und zu ihren Familien zurückkehren. 253 weitere sind aber noch in der Gewalt der Entführer. Darunter sollen Kinder sein, die erst sechs Jahre alt sind. Um die Jüngsten besteht besonders große Sorge: Verschleppte werden in Nigeria unter harten Bedingungen festgehalten und kommen oft noch während laufender Verhandlungen oder während Sucheinsätzen ums Leben.
Suche ergebnislos
Die Einsätze der Sicherheitskräfte zur Suche der Entführten blieben ergebnislos. Das Militär ist schlecht bezahlt und schlecht ausgerüstet. Behörden mehrerer Bundesstaaten haben die Schließung aller Schulen oder die Räumung von Internaten angeordnet. Die nigerianische Regierung ließ bereits alle staatlichen Schulen in besonders gefährdeten Regionen schließen.
Für die jüngsten Entführungen hat bisher keine Gruppe offiziell Verantwortung übernommen. In den betroffenen Regionen sind vor allem bewaffnete Kriminelle aktiv, die keine politischen Ziele verfolgen, sondern Geld erpressen wollen. Angehörige der Menschen, die aus einer Kirche entführt wurden, haben Lösegeldforderungen in der Höhe von 100 Millionen Naira (umgerechnet etwa 60.000 Euro) erhalten. Auch darunter waren Kinder. Diese Entführten seien alle am Sonntag freigelassen worden, sagte der Gouverneur des betroffenen Bundesstaats. Die genauen Umstände der Befreiung blieben zunächst unklar.
Familien verscherbeln alles für Angehörige
Lösgegeldzahlungen sind in Nigeria seit 2022 verboten. Praktisch verscherbeln Familien jedoch alles, was sie haben, um Angehörige wieder freizukaufen. Die Entführungen sind ein furchtbarer Alltag in dem afrikanischen Land geworden. Laut der Sicherheitsberatungsfirma SBM Intel wurden allein zwischen Juni 2024 und Juni 2025 mindestens 4722 Menschen entführt. Mindestens 762 Personen seien in dem Zusammenhang getötet worden.
Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und Aussichtslosigkeit treiben immer mehr junge Männer dazu, sich den Banden anzuschließen.











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