„Traurige Realität“
Mehr als 200 Kinder aus Schule in Nigeria entführt
Erneut sind zahlreiche Kinder in Nigeria entführt worden: Bewaffnete stürmten eine katholische Internatsschule und verschleppten insgesamt 227 Schüler und Lehrer, gab der dortige Verband der Christen in der Nacht auf Samstag bekannt. Der Bischof von Makurdi sprach von systematischer Christenverfolgung, die traurige Realität sei.
Es ist bereits die zweite Massenentführung von Schülern im Nordwesten Nigerias in dieser Woche. Die katholische Diözese Kontagora gab zudem bekannt, dass ein Mitglied des Sicherheitspersonals bei dem Angriff schwer verletzt worden sei. Der Überfall auf die „St. Mary‘s School“ in der Gemeinde Papiri im Bundesstaat Niger soll zwischen ein und drei Uhr nachts stattgefunden haben.
„Die Diözese Kontagora verurteilt den Angriff aufs Schärfste und äußert tiefe Besorgnis um die Sicherheit der entführten Kinder und ihrer Familien“, heißt es in einer Mitteilung.
Missachtete Schule Warnung vor Angriffsrisiko?
Militär- und Sicherheitskräfte wurden in die Gemeinde entsandt. BBC Africa meldete unter Berufung auf Angaben von Behörden, die Schule habe eine Anordnung zur Schließung aller Internate nach Geheimdienstwarnungen vor einem erhöhten Angriffsrisiko missachtet.
Erst am Montag hatten Bewaffnete im Bundesstaat Kebbi ein Mädcheninternat überfallen, einen Lehrer getötet und mindestens 25 Schülerinnen entführt.
Der Bischof von Kontagora, Yohana Dauwa Bulus, hatte erst vor wenigen Tagen Sorge um den Schutz von Schulen in Nigeria bekundet. Das Land sei für seine Kinder nicht mehr sicher. Unabhängig davon erlitten Christen in Nigeria seit Jahrzehnten eine „stille Diskriminierung und Verfolgung“.
Christenverfolgung ist Realität
Einen Genozid gegen die christliche Bevölkerung Nigerias beklagte unterdessen der katholische Bischof von Makurdi, Wilfred Anagbe. Die Berichte seien nicht übertrieben, sondern traurige Realität, sagte er bei einem Gebetsabend für verfolgte Christen in Düsseldorf. „Kirchen werden niedergebrannt, Dörfer geplündert, Familien auseinandergerissen“, so der Geistliche aus dem nigerianischen Bundesstaat Benue.
Die Mitglieder seiner Diözese seien selbst Ziel von Angriffen, betonte der Bischof. „Allein in diesem Jahr sind zahllose Menschen wie Tiere abgeschlachtet worden. Und das nur wegen ihres Glaubens.“
Anagbe machte skrupellose Islamisten für die Taten verantwortlich, die das ganze Land kontrollieren wollten.










Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.