"Ich bin froh, dass jetzt alles auf dem Tisch liegt. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Ereignis abgeschlossen wird", sagte Hoeneß. Der 62-Jährige wolle es als Zeichen seiner Geständigkeit verstanden wissen, dass er sich zu den über die Anklageschrift hinausgehenden 15 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern bekannte, wie sein Anwalt erläuterte.
"Ich habe Steuern hinterzogen"
"Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe gehofft, mit einer Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen", sagte Hoeneß. Der Medienandrang war am Montag beim ersten von vier angesetzten Verhandlungstagen groß. 14 Monate nach seiner Selbstanzeige nahm Hoeneß um 9.30 Uhr im Münchner Justizpalast auf der Anklagebank Platz. Minutenlang hielt er gefasst dem Blitzlichtgewitter der Fotografen stand. Mit im Gerichtssaal dabei: seine Ehefrau Susi.
Der Staatsanwalt wirft Hoeneß vor, etwas mehr als 33 Millionen Euro an Kapitalerträgen, Spekulationsgewinnen und sonstigen Einkünften verschwiegen zu haben. Damit habe er rund 3,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Weiterhin habe der Angeschuldigte zu Unrecht Verlustvorträge privater Veräußerungsgeschäfte in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro erhalten, hieß es im Anklagesatz. Insgesamt wird Hoeneß beschuldigt, "durch sieben selbstständige Handlungen gegenüber den Finanzbehörden unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht und dadurch Steuern verkürzt zu haben", heißt es im Anklagesatz.
Eine gute halbe Stunde nach Verhandlungsbeginn setzte Hoeneß seine Brille auf und las von seinem Manuskript. "Hohes Gericht, die mir in der Anklage zur Last gelegten Steuerstraftaten habe ich begangen", sagte er. "Ich bin aber kein Sozialschmarotzer, ich habe fünf Millionen an soziale Einrichtungen gegeben, 50 Millionen Steuern gezahlt. Ich will damit nicht angeben, ich will nur reinen Tisch machen." Zehn Millionen Euro hat er schon beim Finanzamt hinterlegt, zur Aussetzung seines Haftbefehls fünf Millionen Euro gezahlt.
Bei Börsengeschäften den Überblick verloren
Von 2001 an unterhielt Hoeneß ein Konto, von 2004 an waren es zwei Konten. Dort seien im "beträchtlichen Umfang Spekulationsgeschäfte, vor allem Devisentermingeschäfte, abgewickelt" worden, so die Staatsanwaltschaft. Hoeneß räumte ein, an der Börse gezockt zu haben. Er habe dabei nicht wirklich einen Überblick über Gewinne und Verluste gehabt, sagte er. Das könne geschehen, "wenn man zockt und verrückt ist - wie ich es damals war".
Die Kernfrage des Verfahrens bleibt, ob die Selbstanzeige von Hoeneß von Anfang 2013 ganz oder zumindest teilweise als strafbefreiend zu bewerten ist. Im für ihn schlimmsten Fall droht Hoeneß eine Haftstrafe. Unter Umständen muss er tatsächlich ins Gefängnis, sollte die Strafe zwei Jahre überschreiten. Vier Verhandlungstage sind angesetzt, am Donnerstag soll es ein Urteil geben.
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