05.03.2014 18:50 |

Vermisstenfall Peggy

29-Jähriger gesteht sexuelle Übergriffe

Im Fall der seit 2001 in Deutschland verschwundenen Peggy hat ein 29-jähriger Verdächtiger gestanden, mit dem Mädchen intim gewesen zu sein. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bestätigte, soll es in den Osterferien 2001 zu sexuellen Übergriffen von dem damals 17-Jährigen auf die neun Jahre alte Schülerin gekommen sein.

Im Fall der seit 2001 verschwundenen Peggy hat der Verdächtige laut Anklagebehörde unter anderem einen Kuss des kleinen Mädchens eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth sieht aber keinen hinreichenden Tatverdacht für eine Anklage wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Mann.

Dieser habe bereits im Februar vergangenen Jahres bei einer Vernehmung darüber berichtet. Die Ermittler bestätigten am Mittwoch entsprechende Berichte der "Bild"-Zeitung und des "Nordbayerischen Kuriers". Den Berichten zufolge soll der junge Mann in Peggys Haus im oberfränkischen Lichtenberg zu Besuch gewesen sein.

Verdächtiger hat auch eigene Tochter vergewaltigt
Bereits Mitte Jänner war bekannt geworden, dass der Mann kurz vor dem Verschwinden Peggys seine eigene Nichte missbraucht hatte. Der Verdächtige, der als enger Freund von Peggys Familie galt, sitzt derzeit wegen sexuellen Missbrauchs seiner dreijährigen Tochter in Haft.

Der 29-Jährige ist den Zeitungsberichten zufolge durch eine Anzeige seines Halbbruders ins Visier der Peggy-Ermittler geraten. Er habe ausgesagt, die intimen Berührungen seien nicht von ihm, sondern von Peggy ausgegangen. Die Polizei hat bereits das Elternhaus des Verdächtigen in Halle an der Saale durchsucht.

Einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands
Peggys Verschwinden zählt zu den rätselhaftesten Kriminalfällen Deutschlands. Bis heute wurde keine Leiche des Mädchens gefunden. Ein Verdächtiger, der geistig behinderte Ulvi K., wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, doch immer wieder wurden Zweifel an seiner Schuld laut. Im Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an - ab 10. April wird der Fall neu aufgerollt.

Anwalt: "Kuss auf die Wange ist gar nichts"
K.s Anwalt Michael Euler bewertete die Aussage des 29-Jährigen aus Sachsen-Anhalt zurückhaltend: "Auf die Spur gebe ich nicht sonderlich viel", sagte er. Es gebe ein Foto, auf dem der Verdächtige mit Peggy im Arm zu sehen sei. Der Mann habe bereits früher ausgesagt, Peggy wie eine kleine Schwester gesehen zu haben. "Ein Kuss auf die Wange ist gar nichts", sagte Euler.

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