„Helfen rettet Leben“

Autsch, heiß! Wie man bei Verbrennungen hilft

Niederösterreich
17.11.2025 13:00

Kochendes Wasser, heißes Bügeleisen oder der Kontakt mit dem Griller: Verbrennungen können schnell passieren und schwere Wunden mit starken Schmerzen verursachen. Doch wie kann man im Fall der Fälle richtig helfen? Zuallererst umgehend mit Wasser kühlen!

Ein geselliges Beisammensein mit Freunden, der Griller wird angeworfen, ein unbedachter Moment und schon ist es passiert: Oft setzt der Schmerz erst Sekundenbruchteile später ein, dafür umso heftiger. Verbrennungen können durch heiße Gegenstände, offenes Feuer, Hitzestrahlung, heiße Dämpfe oder auch Flüssigkeiten wie Kaffee, Tee oder Suppe, aber auch durch den Kontakt mit elektrischem Strom entstehen. Je nach Ausprägungsgrad kann es mitunter  zu schwerwiegenden Komplikationen kommen – wie etwa Kreislaufprobleme oder auch ein erhöhtes Infektionsrisiko der Brandwunde.

Bei Verbrennungen zählt vor allem die Versorgung in den ersten Minuten.
Bei Verbrennungen zählt vor allem die Versorgung in den ersten Minuten.(Bild: Attila Molnar)
Das Kühlen der Wunde ist zentraler Bestandteil der Ersten Hilfe bei Verbrennungen.
Das Kühlen der Wunde ist zentraler Bestandteil der Ersten Hilfe bei Verbrennungen.(Bild: Attila Molnar)
Für die „Krone“ geben Samariterbund und Rotes Kreuz wichtige Erste-Hilfe-Tipps.
Für die „Krone“ geben Samariterbund und Rotes Kreuz wichtige Erste-Hilfe-Tipps.(Bild: Attila Molnar)
(Bild: Attila Molnar)

Doch wie leistet man im Falle einer Verbrennung Erste Hilfe? „Egal, ob bei Verbrühungen oder Verbrennungen - entscheidend sind die ersten zwei Minuten. Je schneller man handelt, desto besser. Zuerst die betroffene Stelle kühlen – und zwar so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft oder die betroffene Person sagt, dass ihr kalt ist“, erklären Harald Radschopf, Notfallsanitäter und Leiter der Rettungsschule beim Samariterbund in NÖ, und Georgia Praska, Lehrbeauftragte für Erste-Hilfe beim Roten Kreuz. Die beiden Erste-Hilfe-Experten geben im neuesten Teil der „Krone NÖ“-Serie „Helfen rettet Leben“ Tipps, wie man Betroffene in solchen Situationen am besten versorgt.

Verbrennungen und Verbrühungen
Dabei unterscheidet man zwischen mehreren Verbrennungsgraden: Verbrennungen ersten Grades gehen mit Rötungen, Schwellungen und Schmerzen einher. Danach folgen schon Blasenbildung mit Schmerzen (zweiten Grades), bis hin zur Zerstörung der gesamten Haut samt Nervenschädigung, weshalb kaum oder gar keine Schmerzen beim Betroffenen auftreten (dritten Grades).

Unterschiedliche Verbrennungsgrade

  • 1. Grad: Rötung, Schwellung, Schmerzen
  • 2. Grad: Blasenbildung, Schmerzen
  • 3. Grad: Zerstörung der gesamten Haut: Nerven in der Haut sind geschädigt, daher hat der Betroffene kaum bis gar keine Schmerzen

Bei kleinflächigen Verbrennungen sollte die Stelle umgehend mit Wasser gespült werden. Bei schweren Verbrennungen muss auch der Kreislauf beobachtet werden: Beine hochlagern! Vorsicht: Bei Kindern ist ab fünf Prozent, bei Erwachsenen ab zehn Prozent verbrannter Haut mit einem Kreislaufschock zu rechnen. Hinzu kommt, dass es bei größeren Verbrennungen durch den Flüssigkeitsverlust erst Stunden später zu lebensbedrohlichen Kreislaufstörungen kommen kann. Auf eine mögliche Schädigung der Atemwege oder der Lunge – bis hin zum sogenannten Inhalationstrauma – deuten Anzeichen wie angebrannte Gesichtshaare, geschwollene, rußige Lippen oder Husten bis zur Atemnot hin. 

Wunde mit keimfreier Auflage abdecken
Für Ersthelfer gilt es dabei zu beachten: Die Hitzeeinwirkung schnellstmöglich stoppen und umgehend mit der Kühlung beginnen. Verklebte Kleidung sollte keinesfalls vom Körper entfernt werden. Es dürfen auch keine Salben, Puder oder andere Hausmittel auf die Wunde aufgetragen werden. Und mögliche Brandblasen nicht öffnen. Bei Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Fieber oder Unwohlsein sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Brandwunde sofort kühlen
Doch zuallererst gilt: „Bei einer Verbrennung ist es wichtig, schnell zu reagieren und die betroffene Stelle mit Wasser kühlen, dass im Idealfall nicht zu kalt sein sollte“, halten Radschopf und Praska abschließend noch einmal fest. 

Ziel der „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. Im nächsten Teil geht es um die Versorgung von Nasenbluten.

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