Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Am Dienstag berichtete die „Krone“ über erste Details zu den Plänen für die zukünftige Gesundheitsversorgung in Tirol. Am Mittwoch will das Land weitere Maßnahmen präsentieren. Kritik kommt von den Ärzten zum Ausbauplan für Kassenmedizin.
Wie soll die Gesundheitsversorgung der Tirolerinnen und Tiroler bis zum Jahr 2030 aussehen? Das ist die zentrale Frage, die im sogenannten Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) beantwortet werden soll. Nach langen Verhandlungen will das Land am Mittwoch alle Eckdaten präsentieren.
ÖGK plant 28 weitere Kassenstellen
Wie berichtet, gab die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) der „Krone“ bereits Einblick in geplante Maßnahmen. 28 zusätzliche Kassenstellen sollen entstehen – vor allem in Mangelfächern wie Allgemeinmedizin, Augenheilkunde, Gynäkologie und Psychiatrie. Weitere Ziele bis 2030: 16 Primärversorgungseinheiten, damit alle Bezirke abgedeckt sind; zusätzliche MRT-Geräte, um Wartezeiten zu verkürzen; ÖGK-eigene Zahngesundheitszentren, um Versorgungslücken bei Zahnärzten zu schließen. „Damit wird die Versorgung der Tiroler Bevölkerung nachhaltig gesichert“, sagt Werner Salzburger, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses.
Die ÖGK nimmt es in Kauf, dass die Patienten zu den Wahlärzten ausweichen müssen, weil sie sonst keine Termine erhalten. So erspart sich die Kasse Geld.

Stefan Kastner, Tiroler Ärztekammer-Präsident
Bild: Christof Birbaumer
Land sieht großen Wurf, Ärzte Verbesserungsbedarf
Die zuständige Gesundheits-Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) sieht die nun bekannt gewordenen Details aus dem Strukturplan als Teil einer Strategie, mit der „Tirol auch in Zukunft über ein stabiles und leistungsfähiges Gesundheitssystem verfügt“. Damit könne die Versorgung am Land wieder gestärkt werden.
Zu wenig weit gehen der Tiroler Ärztekammer die Pläne für die Gesundheitsversorgung. 28 zusätzliche Kassenstellen seien angesichts der demografischen Entwicklung und der bereits bestehenden Versorgungsengpässe nicht genug, sagt Ärztekammer-Präsident Stefan Kastner gegenüber der „Krone“. „Zumindest 47 zusätzliche Kassenstellen müssen das Ziel sein, um die Versorgung der Bevölkerung in Zukunft sichern zu können.“ Kastner ortet bei der ÖGK eine bewusste Verknappung, um sich Geld zu sparen.
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