Die Vorbereitungen auf den Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek befinden sich in der Endphase. Am Mittwoch beraten Vertreter der Parlamentsparteien darüber, in welcher Form die Befragungen live übertragen werden könnten, denn noch gibt es ein paar Hürden.
Zuletzt hat der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP) ein solches Vorgehen für „gut möglich“ erklärt – unter bestimmten Bedingungen. Die Kanzlerpartei hat Bedenken wegen der Persönlichkeitsrechte der Auskunftspersonen. Die FPÖ verwies auf einen von ihr vorgelegten Antrag – es sei eine „Frage des Wollens“.
Laut FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker „lebt die Chance“ auf eine Änderung der Geschäftsordnung vor Start der Befragungen im Jänner. „Man könnte sowohl das Plenum im Dezember als auch Jänner heranziehen, um die Änderung umzusetzen.“ Er hofft nun auf die bisherigen Bekenntnisse der anderen Fraktionen.
Deutschland als Vorbild
Angesprochen auf die Bedenken bezüglich der Persönlichkeitsrechte verwies Hafenecker auf internationale Beispiele, etwa in Deutschland oder in den USA. „Da muss man einfach mit diesen Parlamenten dort Kontakt aufnehmen, wie die das handhaben.“
Aus dem SPÖ-Parlamentsklub hieß es am Dienstag, das Treffen am Mittwoch passiere auf der „Ebene von Fachleuten“. Die SPÖ trete jedenfalls für Live-Übertragungen ein. „Die noch offenen Fragen in Bezug auf die Persönlichkeitsrechte und den Datenschutz müssten geklärt werden“, sagte ein Sprecher.
NEOS und Grüne klar für Live-Übertragungen
Seitens der NEOS erklärte Vize-Klubobmann Nikolaus Scherak in einem Statement, die Partei spreche sich „im Sinne der Transparenz und Aufklärung seit Langem dafür aus, U-Ausschuss-Sitzungen öffentlich zu übertragen. Um die Persönlichkeitsrechte von Auskunftspersonen zu schützen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, braucht es sinnvolle Maßnahmen“. Die Details würden derzeit auf parlamentarischer Ebene verhandelt und abgestimmt.
Klar für die Live-Übertragung sprach sich im Vorfeld der Sitzung am Mittwoch auch die Grüne Fraktionsführerin Nina Tomaselli aus. „Wir sind für die Live-Übertragung, wir waren es immer schon. Es geht um Transparenz“, sagte sie. Sie glaubt, „dass das eine Stärkung des parlamentarischen Instruments bedeuten würde“.
Der U-Ausschuss soll dem Verlangen der FPÖ zufolge der „Klärung politischer Einflussnahme auf Ermittlungen in der Causa Pilnacek“ dienen. Der ehemalige Justiz-Sektionschef war im Oktober 2023 tot aufgefunden worden, die Ermittlungsbehörden sprechen von klarem Suizid. Die FPÖ vermutet bei den Ermittlungen politische Interventionen über das Innen- und das Justizministerium, aber auch das Kanzleramt.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.