Spitze ade
Ex-Sowjetstaaten: Unterwäsche-Bann regt Frauen auf
"Freiheit für die Unterhosen", skandierten die etwa 30 Frauen am Sonntag in Kasachstan mit Slips auf ihren Köpfen, bevor sie festgenommen wurden, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Doch das dürfte die wütenden Frauen - und Männer - in den Ex-Sowjetstaaten nicht aufhalten, trifft doch der Importbann einen Nerv.
Gerade in diesen Ländern wird Spitzenunterwäsche von vielen als Zeichen der Freiheit von der Sowjet-Ära gesehen, in der lediglich unförmige Baumwollslips erhältlich waren. Im Internet, wo sich die Wut zuerst entlud, kursieren bereits zahlreiche Vergleichsbilder.
Importbann soll am 1. Juli in Kraft treten
Der Importbann wurde erstmals 2010 von der Eurasischen Wirtschaftskommission, die von den drei Ländern betrieben wird, skizziert. Am 1. Juli soll er nun in Kraft treten, doch der Ärger der Einwohnerinnen ist groß. Derzeit werde Spitzenunterwäsche prophylaktisch geradezu "aus den Regalen gerissen", erklärte eine Managerin eines Unterwäscheladens in Moskau.
Der russischen Textilwirtschaft zufolge werden pro Jahr allein in Russland umgerechnet 2,9 Milliarden Euro mit Unterwäsche umgesetzt, 80 Prozent davon kämen aus dem Ausland. Analysten haben laut AP errechnet, dass 90 Prozent der Produkte nicht mehr erhältlich wären, würde der Importbann im Sommer in Kraft treten.
Frauen wütend bis unbeeindruckt
Bisher hat die Eurasische Wirtschaftskommission einen Kommentar zu den Vorgängen verweigert, man bereite aber eine Erklärung vor. Während manche Frauen nun auf ein Umdenken der Verantwortlichen hoffen, erklären andere, sich nicht beeindrucken zu lassen. "Ich denke, das ist nur ein weiteres dummes Gesetz, das die Ineffektivität unserer Regierung zeigt", sagte etwa die Moskauerin Trofon Gadzhikasimov gegenüber der AP. Russinnen würden demnach viel reisen, könnten die Unterwäsche also notfalls aus dem Ausland mitbringen.
Generell, so die Meinung vieler Betroffenen, sei das geplante Gesetz nur ein Beispiel für die überbordende Regulierungswut in Kasachstan, Weißrussland und Russland.












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