"Zu viele Fehler"
US-Bundesstaat Washington setzt Todesstrafe aus
Er habe die Entscheidung nach monatelanger Überprüfung und Gesprächen mit Angehörigen von Mordopfern getroffen, sagte Inslee. Das Moratorium sei aber nicht als Begnadigung der neun Häftlinge zu verstehen, die derzeit in dem Bundesstaat im Todestrakt sitzen, betonte der Gouverneur zugleich.
Hinrichtungen mit umstrittenen Giftmischungen
Zuletzt hatten im Jänner Hinrichtungen in den USA für heftige Reaktionen gesorgt: Mit einem nie zuvor getesteten Giftcocktail war etwa im US-Bundesstaat Ohio eine Exekution vollstreckt worden (siehe Story in der Infobox). Der Todeskandidat Dennis McGuire musste dabei einen quälend langen Todeskampf erleiden. Auch in Oklahamo wurde wenig später ein Häftling mit einer umstrittenen Giftmischung hingerichtet.
Hintergrund der von Kritikern als "pfuscherhaft" bezeichneten Hinrichtungen: Die US-Strafvollzugsbehörden kämpfen bei den Mitteln für die Giftspritzen seit längerem mit Nachschubproblemen, da sich die europäischen Hersteller der Mittel weigern, diese weiter für Exekutionen zur Verfügung zu stellen. Mehrere US-Bundesstaaten probieren daher derzeit neue und nicht erprobte Giftmischungen von nicht bundesweit zertifizierten Herstellern.
2013 wurden 39 Todesurteile vollstreckt
In 32 der 50 US-Bundesstaaten sehen Gesetze die Todesstrafe für schwere Verbrechen vor. 18 Bundesstaaten und die Bundeshauptstadt Washington haben sie abgeschafft. Seit der Oberste Gerichtshof die Strafe 1976 wieder zuließ, wurden nach Angaben des Death Penalty Information Centers in den USA 1.366 Todesurteile vollstreckt. Allein im vergangenen Jahr gab es 39 Hinrichtungen.
In den USA befindet sich die Zustimmung zur Todesstrafe allerdings auf dem tiefsten Stand seit gut 40 Jahren. Laut Umfragen traten zuletzt nur noch 60 Prozent der US-Bürger dafür ein, wegen Tötungsdelikten Verurteilte hinzurichten. Der höchste Stand der Zustimmung war 1994 mit 80 Prozent erreicht worden. Seitdem ging die Zahl der Befürworter kontinuierlich zurück.












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