"Marius"-Schlachtung
Zoodirektor: "Hätte meine Kinder zusehen lassen"
"Auf jeden Fall" hätte er auch seine eigenen Kinder bei der Schlachtung zusehen lassen, betont der 61-jährige Zoodirektor im "Verhör" der "Bild"-Zeitung. Am Tod sei nichts Unnatürliches, Kinder könnten aus so einer Erfahrung - also aus einer öffentlichen "Tier-Autopsie", wie sie an der Junggiraffe Marius am vergangenen Sonntag im Kopenhagener Zoo durchgeführt wurde (siehe Infobox) - lernen.
Wie berichtet, hatten die Gründe für die Schlachtung des an sich gesunden Bullen - Platzmangel, Inzestgefahr - für einen Aufschrei unter Tierschützen gesorgt, Rufe nach einem Rücktritt des Direktors oder auch der Schließung des Tierparks wurden laut. Weiters regt auf, dass Holst das Tier trotz der großen Kritik vor Publikum und Weltpresse schlachten und auseinandernehmen hatte lassen. Schließlich warf man die Überreste der Giraffe den Löwen zum Fraß vor - eine "Standardprozedur", wie es seitens des Tierparks hieß.
"Keine Frage des Geldes, es geht um Population"
Holst, der nach der Aktion sogar Morddrohungen erhalten hatte, argumentiert seit jeher trocken und sachlich. Die Tötung des Jungtieres sei lediglich aus Zuchtgründen erfolgt. Zu viele Tiere mit ähnlichem Genmaterial gebe es in Kopenhagen, es sei schlicht darum gegangen, Inzucht zu vermeiden. In anderen europäischen Zoos hätte man dasselbe Problem mit Marius gehabt, erklärt der Tierparkleiter, weshalb Marius auch nicht verkauft worden sei.
"Es ist keine Frage des Geldes, es geht um Population", stellt Holst klar. Auch eine Kastration sei in so einem Fall keine Lösung, weil das Tier dann einem "genetisch wichtigeren" den Platz wegnehmen würde. Und trotzdem sei es geschmacklos, eine Giraffe öffentlich zu zersägen, empört sich der Fragesteller der "Bild". Ein elfjähriger Bub sei sogar in Ohnmacht gefallen. Holst: "Ja, er war sehr lange dort gestanden und hatte wohl nichts getrunken."













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