Dank Waffenruhe
Homs: 1.200 Zivilisten in Sicherheit gebracht
"460 Zivilisten, vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen, wurden alleine am Montag aus Homs herausgebracht", sagte Gouverneur Talal al-Barazi. Damit habe sich die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Waffenruhe am Freitag aus der Stadt geholt wurden, auf 1.200 erhöht. Ein libanesischer TV-Sender zeigte einige der Geretteten, darunter viele ausgemergelte Kinder mit blassen Gesichtern. "Es fehlte uns an allem, alle Kinder waren krank, wir hatten nicht einmal etwas zu trinken", sagte eine äußerst erschöpft wirkende Frau.
Die Waffen sollen noch bis Mittwochabend schweigen. "Ich hoffe, das wird uns ermöglichen, weitere Zivilisten in Sicherheit zu bringen und zusätzliche Hilfsmittel zu liefern", sagte die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Dass einige Hilfskonvois trotz der geltenden Feuerpause unter Beschuss geraten seien, sei "vollkommen inakzeptabel". Bei verschiedenen Zwischenfällen dieser Art wurden von Freitag bis Sonntag 14 Menschen getötet.
Erstmals wieder direkte Gespräche
Am Dienstagvormittag kamen - einen Tag früher als geplant - die Delegationen von Regierung und Opposition nach der ergebnislosen ersten Verhandlungsrunde von Genf erstmals wieder zu direkten Gesprächen zusammen. Der UNO-Vermittler für Syrien, Lakhdar Brahimi, hatte zuvor den Druck auf die Verhandlungsparteien erhöht. Für Freitag hat er Treffen mit dem russischen Vize-Außenminister Gennady Gatilow und US-Staatssekretärin Wendy Sherman anberaumt. Damit soll die bisher auf der Bremse stehende Abordnung von Präsident Bashar al-Assad zu mehr Tempo gezwungen werden.
Dritte Chemiewaffen-Ladung außer Landes gebracht
An einer anderen Front gab es kleine Fortschritte: Am Montag wurde eine dritte Ladung syrischer Chemiewaffen außer Landes gebracht. Das Material sei an Bord eines norwegischen Frachters abtransportiert worden, teilte die UNO-Organisation für das Verbot von Chemiewaffen mit. Eskortiert werde der Frachter von vier Schiffen aus vier verschiedenen Ländern.
Assad hatte zugesagt, das gesamte Chemiewaffenarsenal seines Landes bis Ende Juni zu vernichten, doch wurden mehrere Zwischenfristen nicht eingehalten. Der UNO-Sicherheitsrat forderte Syrien in der vergangenen Woche auf, die Chemiewaffen rascher zu zerstören. Die zuvor außer Landes gebrachten zwei Schiffsladungen entsprechen nach US-Angaben weniger als fünf Prozent des Arsenals.












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