Die Grazer SPÖ stellt sich neu auf: Nachdem man bei der letzten Wahl auf unter zehn Prozent abgestürzt ist, hat Parteichefin Doris Kampus den roten Apparat kräftig umgekrempelt und setzt gleich mehrere bekannte Namen quasi vor die Tür. Dafür wird sie nun scharf kritisiert.
Nur etwas mehr als 11.000 Wähler konnte die einst so stolze Sozialdemokratie beim letzten Urnengang in Graz 2021 überzeugen – mit blamablen 9,52 Prozent erreichte die ehemalige Bürgermeisterpartei einen neuen Tiefpunkt. Im Vorjahr übernahm Ex-Landesrätin Doris Kampus den Vorsitz des glücklosen Michael Ehmann. Bei der Vorstandssitzung am Montag präsentierte sie nun ihr Team, das für die SPÖ wieder einen Sitz im Stadtsenat erobern soll.
Neben Kampus haben noch Klubobfrau Daniela Schlüsselberger, Patrick Trabi, Gerald Schobegger und Edith Fuchsbichler einen Fixplatz. Leer gingen überraschend die aktuellen Gemeinderäte Anna Robosch, Manuel Lenartitsch und Arsim Gjergji aus. Letzterer war auf Platz sechs gereiht, dem Kampfmandat – ab hier entscheiden die Vorzugsstimmen. Gjergji zog daraufhin seine Kandidatur enttäuscht zurück, vor allem die Art und Weise der Kommunikation stößt sauer auf: „Doris Kampus hat mir in einem Vieraugengespräch versichert, dass ich auf einen der ersten fünf Plätze komme. Nach der Vorstandssitzung hat sie dann kommentarlos die Liste vorgelegt. Mit mir hat‘s nie ein persönliches Gespräch gegeben. Das ist für mich ein unprofessionelles Vorgehen“, schüttelt der bekannte Gastronom den Kopf.
„Ich hab wirklich alles versucht, weil mir die Stadt am Herzen liegt – gegen den Parteiapparat hab ich aber nie eine Chance gehabt. Offenbar war das, was ich in den letzten zwei Jahren geleistet habe, für die SPÖ zu wenig. Aber so kann ich mich jetzt wenigstens auf meine Familie und meine Geschäfte konzentrieren“, legt Gjergji im Gespräch mit der „Krone“ nach.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.