Zwei Drittel besorgt

Umfrage in Industrie: „Diagnose ist ernüchternd“

Oberösterreich
14.10.2025 12:00

Zwei Drittel der oberösterreichischen Industrieunternehmer blicken mit Skepsis oder Sorge in die Zukunft. Und nicht einmal mehr jeder fünfte meint, dass sich der Wirtschaftsstandort in den vergangenen Jahren in die richtige Richtung entwickelt hat. Das zeigt eine neue IMAS-Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer.

„Die Diagnose ist ernüchternd“ – so fasst Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer OÖ (WKOÖ), die Studienergebnisse zusammen. Im Auftrag der WKOÖ befragte das Forschungsinstitut IMAS mehr als 100 Industrieunternehmer im Land ob der Enns. Als größte Herausforderungen nennen sie die Bürokratie (für 60 Prozent ein Hemmnis) sowie die hohen Personal- und Energiekosten (52 Prozent). Überraschend ist: Die US-Zölle sind nur für fünf Prozent eine Herausforderung.

Ausblick wird schlechter
Insgesamt ist die Stimmung in der Industrie – in Oberösterreich generiert sie 48 Milliarden Euro an Wertschöpfung – angespannt. „Zwei Drittel sehen für die kommenden zwölf Monate schwarz. Für die kommenden zwei bis fünf Jahre sind es immer noch 56 Prozent. Damit hat sich der Ausblick der Industrie im Vergleich zum Vorjahr weiter verdüstert“, sagt Paul Eiselsberg von IMAS.

Das merkt man auch am Zeugnis, das die Unternehmerinnen und Unternehmer dem Wirtschaftsstandort Oberösterreich ausstellen: Nur mehr 18 Prozent geben an, dass sich der Standort in den vergangenen Jahren in die richtige Richtung entwickelt hat. Bei der Befragung im Vorjahr waren es noch 29 Prozent gewesen.

WKOÖ will Deregulierung
„Globale politische und technologische Entwicklungen stellen das Rückgrat der oberösterreichischen Wirtschaft auf die Probe. Aber wesentliche Erfolgsbarrieren und Wettbewerbshemmnisse sind hausgemacht und könnten mit Konsequenz und gutem Willen rasch reduziert werden“, sagt Spartenobmann Frommwald. Die (altbekannten) Forderungen der Wirtschaftskammer: Bürokratie und Vorschriften abbauen sowie die ökologische Transformation unter Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit durchführen.

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