Bücher und Fußball? „Ja, das passt zusammen“, sagt Stefan Köglberger, Sohn der Fußball-Legende Helmut „Heli“ Köglberger. Er arbeitet im Linzer StifterHaus und betreibt eine Fußballakademie in Nairobi – sein Herzensprojekt, wie er im „Krone“-Talk erkennen lässt.
„Literatur stirbt schon, seit ich auf der Welt bin“, schmunzelt Stefan Köglberger (42). Aber: „Sie ist immer noch da!“
Der Germanist und leidenschaftliche Leser leitet seit Kurzem den literarischen Veranstaltungsbetrieb im Linzer StifterHaus – und er hat ein Faible für Fußball. Kein Wunder: Er ist der Sohn der österreichischen Fußball-Ikone Helmut „Heli“ Köglberger, dessen Erbe er weiterführt.
Bereits 2013 gründeten Vater und Sohn gemeinsam die Acakoro Football Academy in Nairobi, Kenia – ein Projekt, das Sport, soziale Verantwortung und Zukunftschancen verbindet. Auch wenn Köglberger die meiste Zeit des Jahres in Büchern blättert: Acakoro bleibt sein Herzensprojekt, wie er im „Krone“-Gespräch spüren lässt.
„Krone“: Sie gestalten im StifterHaus das Literaturprogramm. Was ist der Fokus?
Stefan Köglberger: Der Schwerpunkt liegt laut Statut auf der Förderung oberösterreichischer Autorinnen und Autoren. Regionalität ist nicht zu unterschätzen, es gibt das Phänomen, dass ein Local Hero plötzlich den Saal füllt. Gleichzeitig versuchen wir aber auch, den Blick nach außen zu richten.
Wie tot oder lebendig ist denn die Welt der Bücher?
Literatur stirbt schon, seit ich auf der Welt bin – und sie ist immer noch da. In Wahrheit ändert sich die Zahl der Buchverkäufe kaum. Lesen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Jeder will durch Literatur mehrere Leben erleben. Dass Literatur eine Nische ist, wird sich allerdings auch nicht ändern.
Wie sind Sie zur Literatur gekommen? Zuhause ging es ja eher um Fußball, oder?
Stimmt. Mein Vater war kein Vielleser, aber er hat immer wieder Alexander Solschenizyns „Der Archipel Gulag“ zur Hand genommen. Er war an historischer Literatur interessiert.
Eine Sportschule inmitten von Chaos, Armut und Müll klingt wie ein Widerspruch, ist aber für viele Kinder und Jugendliche der einzige Weg aus dem Slum.
Stefan Köglberger
Er wurde 1983 in Linz geboren, ist Germanist und Historiker. Er war als Lehrer tätig, veröffentlichte literaturwissenschaftliche Studien; aktuell leitet er das Literaturhaus im Linzer StifterHaus. Bereits 2013 gründete er mit seinem Vater Helmut Köglberger die Acakoro Football Academy in den Slums von Nairobi, Kenia. Mehr Infos dazu auf www.acakorofootball.com
Aber Sie haben auch immer Tore gejagt?
Fußball begleitet mich durch mein Leben. Mir war aber bald klar: Die Messlatte, die mein Vater vorgelegt hat, hätte ich nie erreicht. Es erschien mir daher sinnvoll, etwas anderes zu machen. Aber ich bleibe natürlich bei der Acakoro Football Academy in den Slums von Nairobi dran.
Was ist das genau?
Eine Sportschule inmitten von Chaos, Armut und Müll klingt wie ein Widerspruch, ist aber für viele Kinder und Jugendliche der einzige Weg aus dem Slum. Meine Frau und ich waren fünf Jahre vor Ort und haben einen sehr engen Bezug zu den Menschen. Viele der Kinder, mit denen wir begonnen haben, sind heute erwachsen. Eine erhebliche Anzahl von ihnen hat es aus dem Slum geschafft – unsere Arbeit macht also Sinn!
Was haben Sie persönlich aus Nairobi mitgenommen?
Ich habe erlebt, dass es überall redliche Menschen gibt. Und ich habe Demut gelernt. Wir kämpfen oft mit sogenannten „First-World-Problems“, obwohl es uns verdammt gut geht.
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