Keine Kohle

Vorarlberger Gemeinden schlagen Alarm

Vorarlberg
07.10.2025 18:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Finanzlage der Kommunen ist so angespannt wie nie zuvor. Von 100 Euro an Brutto-Ertragsanteilen bleiben den Gemeinden im Jahr 2025 nur noch rund 35 Euro für die Finanzierung eigener Aufgaben. Der Rest fließt in Zahlungen ans Land, die sie nicht beeinflussen können. 

„Unsere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unternehmen alles, um ihre Gemeinden solide zu führen – aber aus eigener Kraft sind ausgeglichene Haushalte in vielen Gemeinden nicht mehr möglich. Wir weisen schon lange auf die dringende Reformnotwenigkeit zur finanziellen Absicherung der zentralen Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge hin, verspüren aber noch nicht den notwendigen Willen – uns läuft die Zeit davon“, betont Walter Gohm, Präsident des Vorarlberger Gemeindeverbandes.

Grundsteuerreform als längst überfälliger Schritt
Eine zentrale Stellschraube im Handlungsfeld der Gemeinden sei die Reform der Grundsteuer. Die Bewertungsgrundlagen stammen noch aus den 1970er-Jahren und entsprächen bei weitem nicht mehr den wirtschaftlichen Realitäten. Damit verliere die Grundsteuer laufend an Bedeutung, während die Kosten der Gemeinden massiv steigen.

Walter Gohm fordert mehr Tempo beim Reformprozess: „Die Grundsteuerreform ist kein Selbstzweck. Wir wollen unsere Verantwortung wahrnehmen und die veralteten und nicht mehr funktionierenden Strukturen bereinigen. Der Österreichische Gemeindebund, der Österreichische Städtebund und der Bund haben sich auf ein gemeinsames Konzept verständigt – und alle Finanzausgleichspartner haben diese Reform bereits im Finanzausgleich 2024 unterschrieben. Es gibt keinen sachlichen Grund mehr, diese Reform hinauszuzögern.“

Von den Mitgliedern der Vorarlberger Landesregierung fordern die Vertreter des Gemeindeverbands eine klare Zustimmung zur Grundsteuerreform. „Es geht hier um eine ausschließliche Gemeindeabgabe. Widerstand aus parteipolitischen Gründen würde den Glauben der Bevölkerung und auch der Gemeinden an die politische Fähigkeit, sich aus der Krise reformieren zu können, nachhaltig beeinträchtigen. Die Bürgermeister in Vorarlberg stehen geschlossen hinter dieser Reform – nicht nur, weil sie sie wollen, sondern weil sie sie brauchen“, unterstreicht Gohm.

Konsequenzen eines Scheiterns
Ein Scheitern der Reform würde nicht nur die bestehende Problematik auf viele weitere Jahre zementieren, sondern auch die finanzielle Basis der Gemeinden nachhaltig schwächen, warnen die Vertreter der Kommunen. In diesem Fall müssten Bund und Land auch die Kostenfolgen des Festhaltens an den alten Strukturen verantworten. 

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