Schlechte Stimmung

Hilfeschrei der Vorarlberger Kreativwirtschaft

Vorarlberg
06.10.2025 17:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Gemäß einer aktuellen Umfrage ist die Stimmung in der Vorarlberger Kreativwirtschaft überaus schlecht. Die Unternehmen haben mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen, unter anderem mit unfairen Ausschreibungsverfahren.  

Die kreative Wirtschaft in Vorarlberg fordert eine Neugestaltung der Ausschreibungsverfahren. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter rund 70 Unternehmen hat erhebliche Schwächen in den Pitch-Prozessen offengelegt. Die Befragten bemängeln insbesondere unklare Briefings und intransparente Auswahlverfahren, die zu übermäßigem Arbeitseinsatz führen.

Die Unternehmen berichteten, dass sie vielfach zwischen fünf und 15 Stunden in die Vorbereitung investieren. Rund ein Drittel der Betriebe gab an, zwischen 40 und 150 Stunden – in teils gravierenden Fällen bis zu 300 Stunden – in die Erstellung von Ideen und Konzepten zu stecken. Gleich 72 Prozent der Befragten empfinden den Aufwand als überhöht.

„Kostenloser Ideen-Workshop für Auftraggeber“
Ein weiterer kritischer Punkt der Umfrage bezieht sich auf den finanziellen Aufwand. Durchschnittlich bewegen sich die Eigenaufwände zwischen 3000 und 8000 Euro, wobei 80 Prozent der Pitches ohne jegliche Vergütung stattfinden.

Tenor aus der Branche: „Manchmal fühlt sich ein Pitch an wie ein kostenloser Ideen-Workshop für den Auftraggeber.“ Diese Situation bringt nicht nur wirtschaftlichen Druck mit sich, sondern führt auch zu einer erheblichen Belastung der beteiligten Unternehmen. Insgesamt gaben 65 Prozent der Befragten an, sich durch die Pitch-Prozesse stark belastet zu fühlen. Aufgrund des hohen Aufwandes haben 31 Prozent in den vergangenen zwei Jahren bewusst von einer Teilnahme an Ausschreibungen abgesehen.

Das Produkt ist die Idee
Die Vertreter der Branche, federführend Bernhard Hafele und Hanno Schuster von der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation, betonen, dass ihr Produkt im Kern die Idee sei. In diesem Zusammenhang sei es nicht nur wirtschaftlich problematisch, kostenlos Konzepte zu erstellen – darüber hinaus entwerte diese Praxis ganz generell die kreative Arbeit. „Am Ende gewinnt nicht die beste Idee, sondern die billigste.“

Bernhard Hafele (links) und Hanno Schuster.
Bernhard Hafele (links) und Hanno Schuster.(Bild: WKV/Vrabl)

Verbesserungen gefordert
Um den unbefriedigenden Status quo zu verbessern, haben die Branchenvertreter eine Reihe von Forderungen formuliert: Dazu zählen klar formulierte Briefings, realistische Zeitvorgaben und angemessene Abschlagshonorare. Zudem wird angeregt, die Anzahl der teilnehmenden Agenturen bei Ausschreibungen auf maximal drei zu beschränken und unbezahlte Pitches zumindest teilweise abzuschaffen.

Eines ist den Branchenvertretern wichtig zu betonen: Die Umfrage soll keine Anklage sein, sondern ein Weckruf für alle Beteiligten, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, um transparente und faire Ausschreibungsverfahren zu etablieren.

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