Wenn es Herbst wird, zieht es die Hobby-Sportler wieder vermehrt auf die Berge – und das lässt auch die Gefahren steigen. In jüngster Zeit kommen neben altbekannten Problemen auch neue, als Folge des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI), dazu.
Zum Finale dieser Bergsaison, die im Kalender der Einsatzkräfte bis 31. Oktober läuft, warnt Kurt Arnold, Ausbildungschef der Alpinpolizei in Oberösterreich, eindringlich: „Die häufigsten Gründe für Notfälle bleiben mangelhafte Vorbereitung, schlechte Ausrüstung und Selbstüberschätzung.“ Der erfahrene Beamte mit einer Vergangenheit beim Jagdkommando nennt ein Beispiel: Viele Wanderer würden Handy-Apps einsetzen, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Routen vorgeben.
Viele folgen den Anweisungen blind
Das Problem dabei: „Die Leute richten sich danach. Und das auch, wenn als Route eine extrem steile Passage vorgegeben wird, die im Normalfall niemand gehen würde.“ So sei es bereits mehrmals vorgekommen, dass die App Bergsteiger über einen Klettersteig von oben nach unten schickt – was in der Praxis praktisch nicht umzusetzen ist.
Die meisten Einsätze gibt es am Traunstein oder etwa am Klettersteig Mahdlgupf in Steinbach/A. Arnold und seine 41 Kollegen vom Alpindienst wurden heuer zu 506 Einsätzen gerufen: „Dabei waren auch 13 Todesopfer zu beklagen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, wo 29 Menschen bei Alpinunfällen starben“, sagt Kurt Arnold.
Körperliche Vorbereitung
Er rät allen Bergfexen, sich mit körperlichem Training vorzubereiten, die Wetterlage zu berücksichtigen sowie die eigenen Grenzen zu kennen. „Die Stärke liegt oft im Verzicht“, sagt der Ausbildungschef der Alpinpolizei, die auch mit dem Polizeihubschrauber „Libelle“ im Einsatz ist.
Zehn der 41 Beamten verrichten Dienst bei der Flugpolizei, die mit ihren Helikoptern zum Einsatz kommt, wenn Sportler unverletzt geborgen werden müssen oder nur noch die Leiche abtransportiert werden muss. „Wenn es Verletzte gibt, stehen die privaten Flugrettungsunternehmen im Einsatz“, betont Arnold auch die Kameradschaft mit der Bergrettung.
Heli-Bergung kann Tausende Euro kosten
Übrigens: Begibt sich jemand groß fahrlässig in Gefahr und lässt sich bergen und vom Polizeihubschrauber ins Tal fliegen, wird der Einsatz vom Innenministerium in Rechnung gestellt. „Da sind schnell ein paar Tausend Euro beisammen“, weiß der Polizist.
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