Drei Prozesstage sowie dutzende Zeugen und Sachverständige hatte es gebraucht, um ein Urteil gegen einen Salzburger Beauty Doctor zu fällen. Vier Patientinnen hatten wegen seiner falschen Abnehmspritzen ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Statt unbedingter Haft muss er nun eine empfindliche Geldstrafe zahlen.
Statt des Wirkstoffs Semaglutid beinhalteten die gefälschten Spritzen, die ein Salzburger Schönheitsdoktor in seiner Praxis in Steyr verkauft und gelagert hatte, pures Insulin. Das brachte unter anderem die Blutzuckerlevel der Patientinnen so sehr aus dem Gleichgewicht, dass sie ohne rechtzeitige Behandlung sogar hätten sterben können.
400 bis 500 Euro
Und diese Todesspritzen waren nicht nur als Übergangslösung gedacht: Mehr als 200 weitere Exemplare wurden in der Ordination sichergestellt. Die Ware hatte er für teures Geld – 400 bis 500 Euro pro Stück – an den Mann, beziehungsweise an die Frauen gebracht.
Herkunft der Pens ist unklar
Zwei Geschäftsmänner, die der Arzt mit der Beschaffung der gefälschten Spritzen beauftragt hatten, sind bereits rechtskräftig verurteilt. Nicht nur hatten die beiden keine Lizenz für den Handel mit Medizinprodukten – nicht einmal der genaue Ursprung der Pens konnte ausgeforscht werden. Ihre Spur verlor sich in Rumänien.
Urteil umgewandelt
Der Arzt selbst hatte in erster Instanz 21 Monate Haft, davon sieben unbedingt, ausgefasst. Bei seiner Berufungsverhandlung am Montag wurde das Urteil am Oberlandesgericht Linz zu einer einjährigen Haftstrafe – bedingt – und einer unbedingten Geldstrafe von insgesamt 57.600 Euro umgewandelt.
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