Naturschnee war im vergangenen Winter Mangelware, dennoch war er für die steirischen Seilbahnbetriebe höchst erfolgreich. Kein Wunder, dass auch heuer 18 Millionen Euro in Beschneiung investiert werden. Um die Zukunft des Wintersports zu sichern, muss aber auch um Ski-Nachwuchs in den Städten gerungen werden.
Vier Millionen Ersteintritte (im Jahr davor: 3,7 Millionen), 135 Millionen Euro Kassenumsatz (davor: 123,5 Millionen) und 45,5 Millionen Beförderungen (davor: 40,1 Millionen): Es sind deutliche Steigerungen, welche die steirische Seilbahnbranche im Winter 2024/25 verzeichnen konnte. Und das, obwohl der späte Osterntermin und der mangelnde Naturschnee den Betrieben nicht in die Karten spielte.
„Das zeigt: Die Gäste sind mit den Pisten zufrieden, unsere Beschneiung funktioniert sehr gut“, sagt Seilbahnsprecher und Stuhleck-Geschäftsführer Fabrice Girardoni am Rande der jährlichen Seilbahnertagung am Freitag am Loser. Kunstschnee ist also längst breit akzeptiert. Alleine heuer werden in der Steiermark 18 Millionen Euro in Beschneiungsanlagen investiert. Girardoni nennt das eine „Zukunftsabsicherung“.

Seilbahn wird wiederverwendet
Insgesamt hat die Branche im Sommer etwa 100 Millionen Euro in die Hand genommen. Dabei stechen drei Seilbahnprojekte im Ennstal heraus: Eine neue Zehner-Gondelbahn am Hauser Kaibling und eine Achter-Sesselbahn auf der Planai sorgen für eine leistungsstärkere Verbindung der zwei Skigebiete.
Und auf der bereits im Bundesland Salzburg liegenden Fageralm (Teil der steirischen Reiteralm-Bergbahnen) löst eine Achter-Seilbahn zwei bestehende Doppelsesselbahnen ab. Es handelt sich um „Upcycling“, denn die Bahn wurde gebraucht von den Großarler Bergbahnen (Salzburg) übernommen. Der Großteil der mechanischen Anlagenteile wie Tal-, Bergstation und Stützen wird dabei wiederverwendet.
Wir hoffen, unseren Gästen mit der Bahn noch mehr Komfort bieten zu können, auch der Nachhaltigkeitsgedanke ist uns sehr wichtig.
Daniel Berchthaller, Reiteralm Bergbahnen
Immer mehr Ältere, immer mehr Migranten
Die Investitionen sind laut Giradoni auf 30 bis 40 Jahre angelegt. Das zeigt: Der Skisport soll in der Steiermark allen Unkenrufen zum Trotz weiter eine wichtige Rolle spielen. Nichtsdestotrotz muss man auf den demografischen Wandel reagieren: Immer mehr ältere Skifahrer werden auf den Pisten unterwegs sein. Und unter den Jüngeren wird der Anteil an Migranten immer größer.
„Skifahren wird zu einem großen Teil in den Familien weitervererbt“, sagt Girardoni. Aber was, wenn die Eltern gar keinen Bezug dazu haben? In Wien läuft seit zwei Jahren ein Pilotversuch, bei dem Volksschulkinder auf der Hohen Wand zwei Tage auf Matten erste Ski-Versuche machen und dann einen Tag im Schnee verbringen – die Zwischenbilanz ist positiv. Heuer kommen die Wiener Kinder auch aufs Stuhleck. Girardoni: „Es spricht nichts dagegen, derartige Projekte in der Zukunft auch in der Steiermark zu machen.“
Rettung für Mariazeller Bürgeralm
Zwei Tage vor der Seilbahner-Tagung am Loser wurde bekannt, dass es einen neuen Eigentümer für die insolvente Mariazeller Bürgeralpe gibt. Eine Wiener Gruppe, deren Mitglieder sich noch bedeckt halten, hat den Zuschlag erhalten. Der Betrieb dürfte also weitergehen. „Das ist wichtig, auch für die regionale Wertschöpfung“, betont Girardoni. Für die Betriebe im Ort wäre es eine Katastrophe, wenn die Lifte stillstehen würden.
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