Ab Montag steht die diplomierte Illustratorin Darja Eder das erste Mal vor einer Schulklasse. Sie wagt als Quereinsteigerin den Schritt in die Pädagogik und möchte ihre Begeisterung für Kunst an Jugendliche weitergeben.
Wenn am Montag die Türen der WI‘MO in Klagenfurt aufgehen, ist auch für Darja Eder ein besonderer Moment gekommen: Die gebürtige St. Petersburgerin steht das erste Mal offiziell vor einer Klasse. Nach vielen Jahren als erfolgreiche Illustratorin wagt sie nun den Quereinstieg in den Lehrerberuf und erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum.
„Ich wollte eigentlich immer schon unterrichten“, erzählt Eder. „Aber neben Beruf und Kindern ein vierjähriges Studium zu absolvieren, konnte ich mir nicht vorstellen.“ Ursprünglich studierte Eder in St. Petersburg, wo sie eine renommierte Kunstakademie abschloss.
Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann aus Kärnten kennen – die Liebe führte sie nach Österreich. Beruflich war sie zunächst in Russland tätig, bei einem der größten Porzellanhersteller des Landes, wo sie sich intensiv mit Illustration beschäftigte. „Da hab ich mich entschieden, dass ich diesen Weg weitergehen will.“
Fachliches Wissen an Schüler weitergeben
In Kärnten begann Eder zunächst freiberuflich zu arbeiten und zusätzlich Kindern in kleinen Gruppen privaten Kunstunterricht zu geben. Aus diesen Anfängen entwickelte sich Schritt für Schritt eine erfolgreiche Karriere. 2016 wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete ihre eigene Firma. Große Aufträge – unter anderem von Red Bull – folgten bald. „Dadurch habe ich auch einen Bezug zur Wirtschaft und Hotellerie bekommen, was wahrscheinlich für meinen neuen Beruf wichtig ist.“
Neben ihrer künstlerischen Laufbahn ist Eder Mutter eines Sohnes (17) und einer Tochter (14). Dass die Kinder nun älter und selbstständiger werden, gab ihr den Raum, etwas Neues zu beginnen. „Ich spüre schon, dass mir etwas fehlt. Mein eigener Kunstlehrer hat mich damals sehr inspiriert und so möchte auch ich jungen Menschen zeigen, wie vielfältig und bereichernd Kunst sein kann.“
Insgesamt wurden für das heurige Schuljahr 456 Stellen ausgeschrieben, davon 329 im Landesschulberreich und 127 im Bereich Bundesschulen.
Lehrer im Überblick:
Insgesamt unterrichten 4769 Lehrer und Lehrerinnen Kärntens Schüler.
„Man muss sich an die Klasse anpassen“
Die Entscheidung, ihre selbstständige Tätigkeit zurückzufahren, fiel ihr nicht schwer. „Ich bin eine strukturierte Person und brauche eine klare Planung. Genau das bietet mir das Unterrichten.“ Ihre Erfahrung im Umgang mit Kunden will sie künftig ins Klassenzimmer übertragen: „Man muss sich an die Klasse anpassen, genauso wie an seine Kunden.“
Der Quereinstieg ins Lehramt ist in Österreich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Möglichkeit geworden, dringend benötigte Fachkräfte für Schulen zu gewinnen. Sie bringen nicht nur Fachwissen, sondern auch praktische Erfahrung aus anderen Branchen mit: ein Gewinn für Schüler und Schulen gleichermaßen.
Jeder zehnte neu angestellte Lehrer ist Quereinsteiger
In Kärnten werden kommendes Schuljahr 137 Quereinsteiger ihr fachliches Wissen an Schüler weitergeben, in Volksschulen werden diese jedoch nicht eingesetzt. Das Projekt „Quereinsteiger in den Lehrerberuf“ gibt es seit drei Jahren. Jeder zehnte neu angestellte Lehrer ist einer von ihnen. „Mit dem Einstieg müssen sie die Ausbildung an der pädagogischen Hochschule beginnen, haben dann allerdings, je nach Vorqualifikation mehrere Jahre Zeit, das nachzuholen“, so Bildungsdirektorin Penz.
Eder wird künftig bildnerische Erziehung und künstlerischen Ausdruck unterrichten. Die Aufregung vor dem ersten Schultag ist spürbar. „Mit Teenagern ist es nicht immer einfach, aber ich glaube fest, dass wir gemeinsam Spaß haben werden und ich ihnen etwas Gutes mitgeben kann.“
Die Vorfreude auf die neuen Kollegen und den Alltag an der WI‘MO ist groß. Für sie ist der Schritt ins Klassenzimmer mehr als nur ein Berufswechsel, es ist die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches.
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