Do, 16. August 2018

Nach 29 Stunden

07.01.2014 16:54

F: Goodyear-Manager wieder freigelassen

Die Geiselnahme von zwei Führungskräften des US-Reifenherstellers Goodyear in einer französischen Fabrik ist am Dienstagnachmittag gewaltfrei zu Ende gegangen. Die von Mitarbeitern seit Montagvormittag festgehaltenen Manager wurden nach rund 29 Stunden wieder freigelassen (Bild). Hintergrund des Protestes sind die Pläne von Goodyear, den Standort Amiens-Nord zu schließen. Rund 1.200 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Der US-Reifenhersteller Goodyear plant seit einigen Jahren die Schließung seines Werkes im französischen Amiens. Doch der Widerstand der Gewerkschaften und der Belegschaft hatte die Umsetzung des Plans bisher mit teils gewaltsamen Protesten und Straßenschlachten verhindert. Da sich aber das Aus nun tatsächlich abzeichnet, versuchen die rund 1.200 Arbeiter höhere Entschädigungszahlungen zu erreichen.

Zu diesem Zweck nahmen sie am Montagvormittag zwei Manager des Werks als Geiseln. Mit Traktorreifen verbarrikadierten die wütenden Angestellten die Eingangstüren zum Konferenzraum, wo die beiden Manager Bernard Glesser und Michael Dheilly gefangen gehalten wurden.

Gewerkschaft: "Wir haben nun unsere Taktik geändert"
"Es ist uns klar geworden, dass wir nicht länger für unsere Jobs kämpfen können. Deshalb haben wir unsere Taktik geändert. Wir kämpfen nun für höhere Entschädigungen", erklärte Gewerkschaftspräsident Mickael Wamen gegenüber französischen Medien. Für die Freilassung der beiden Geiseln verlangten die Goodyear-Arbeiter zunächst 80.000 Euro sowie 2.500 Euro für jedes geleistete Arbeitsjahr.

Nach 29 Stunden wurde die Geiselnahme dann allerdings - vorerst ohne konkretes Verhandlungsergebnis für die protestierenden Arbeiter - beendet, und die zwei Manager freigelassen. Arbeitnehmervertreter kündigten aber eine Besetzung des Werkgeländes an. Es werde erst geräumt, wenn Goodyear höhere Abfertigungen zahle, hieß es.

Goodyear forderte sofortige Freilassung der Geiseln
Das Goodyear-Management hatte zuvor die sofortige Freilassung der Führungskräfte verlangt und betont, dass es vorher keine neuen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern geben werde. "Diese Vorgehensweise ist besonders unangemessen und kontraproduktiv. Wir sollten uns jetzt auf die Zukunft der betroffenen Angestellten konzentrieren nach all den Jahren der Suche nach einer Lösung", hatte das Unternehmen bereits am Montag an die Arbeiter appelliert.

Der französische Unternehmerverband Medef bezeichnete die Geiselnahme als "vollkommen inakzeptabel" und "vorsintflutliche Praktik".

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